Da isser!

Sollte
Hätte
Könnte
Würde
Machen.

Ihr habt gebangt, gebohrt, gewünscht, gehofft und nun ist es endlich soweit. Denn, wie man weiß: Gut Ding will Weile haben. Trommelwirbel & die ganz große Freude. Mein Burgerblog ist o-n-l-i-ne. Bäm! 🎉

An dieser Stelle allerherzlichsten Dank an Phillip Franke, der mir das Ganze technisch ermöglicht hat! Du hast definitiv einen Burger bei mir gut.

Gatsby Burger (HB)

Den in der Bremer Neustadt ansässigen Gatsby Burger habe ich eher zufällig entdeckt. Also habe ich mir einen Teil meiner Familie geschnappt und auf ging es zum munteren Burgertesten (wie sehr ich dieses Hobby liebe! ❤️). Der Besitzer des Burgerlädchens hat es sich zum Ziel gesetzt, den Burger so zu kreieren und zu präsentieren, wie man ihn aus den 1925er-Jahren kennt. Da ich zwar im 20. Jahrhundert geboren bin, aber die goldenen Twenties lange vor meiner Zeit das Leben zelebrierten, fehlt mir jedoch der Vergleich. Doch jeder, der den Film ‚The Great Gatsby‘ gesehen oder jemals auf einer 20er-Jahre-Party (Bohème Sauvage!) war, hat eine vage Vorstellung davon, wie sich dieses Burgererlebnis anfühlen sollte.

Ambiente

Der Laden liegt direkt an einer vielbefahrenen Hauptstraße, aber sobald man die heilige Halle betritt, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise – die direkt in die Zwanzigerjahre führt. Flotte Musik, ein Gemälde, das Leo DiCaprio in „The Great Gatsby“ zeigt und die zeitlose Menükarte machen die Illusion nahezu perfekt. Selbst an einem Sonntagabend ist jeder Platz besetzt. Bei der offenen Küche, die gewissermaßen das Zentrum bildet, lässt sich den Köchen locker über die Schulter schauen. Der Haken daran ist jedoch, dass auch die riesige Dunstabzugshaube nicht verhindert, dass das andere Ende des Raums durch all die Dampfschwaden nur noch schwer zu erkennen ist. Mir ist der Duft von Burgern & Co. ja x mal lieber als Zigarettenrauch, aber wer im Anschluss noch etwas (seriöses) vorhat, sollte sich lieber noch einmal umziehen.

Meine Wahl fällt auf den Gatsby’s little Italy (6,80 €) mit Süßkartoffelfritten.

Mit Rindfleisch, Mozzarella und hausgemachtem Basilikumpesto macht der Gatsby’s little Italy seinem Namen alle Ehre

Bun

Die Qual der Wahl: Brioche oder Ciabatta? Für meinem Burger wähle ich ‚türlich die italienische Brotsorte (zu dt. Pantoffel, yummie!). Aus Erfahrung ist das Ciabatta-Bun-Experiment  häufig ein Wagnis aber in diesem Fall ist es definitiv geglückt. Das Bun ist fluffig und liegt nicht schwer im Magen. Kleiner Schönheitsmakel: Der Rand ist etwas angekokelt, was dem feinen Geschmack aber keinen Abbruch tut.

Patty

Soso …

Nach Aussage der Betreiber stammt das Patty von Rindern aus der Region und wird bei 300 Grad mit Olivenaroma auf hochwertiger Holzkohle gegrillt. Und was soll ich sagen? Das Herzstück des Burgers wird medium serviert und schmeckt ganz hervorragend. Saftig, auf den Punkt gebraten und aromatisch.

Pommes

Hier braucht es gar keine lange Rede, sondern vielmehr einen kurzen Sinn: Auch die Süßkartoffelpommes sind einwandfrei. Außen schön knusprig und innen weich.

Soßen

Das hausgemachte Basilikumpesto, das bei dem Little Italy als Burgersoße dient, ist klasse abgeschmeckt. Nicht geschmacksneutral (wie es häufig bei No-Name-Pesto aus dem Glas der Fall ist), aber auch nicht überwürzt. Manchmal scheint den Köchen da ja glatt der Salzstreuer ins Pesto gefallen zu sein. 😛  Die Kombi mit der großen Scheibe Mozarella und dem knackigen Gemüse ist traumhaft. Für die Pommes fällt meine Wahl auf den Joghurt-Minze-Dip. Dieser ist mir jedoch zu flüssig und schmeckt etwas pfad. Die bereitstehenden Salz- und Pfefferstreuer können das die Soße noch – bedingt – retten.

Nice to have

Die Burger werden (hand- und kleckerfreundlich) in Papier serviert, das wie eine alte Zeitung anmutet. Schöner Nebeneffekt: Man lernt ganz nebenbei, dass die ‚französischen Pommes‘ angeblich im 18. Jahrhundert an der Pariser Pont Neuf erfunden wurden. Was mir allerdings ein viel größeres Lächeln auf die Lippen zaubert, ist folgender Fakt: Es gibt eine Mayo- und Ketchupbar mit unendlich vielen Servietten. Liebe Burgeristas da draußen, warum bietet ihr das nicht in jedem eurer Läden an? Ein echter Gourmet (und auch das Fußvolk) isst den Burger mit den Händen. Das Besteck bleibt für gewöhnlich unberührt. Gut für euch, schwierig für uns. Mit einer einzigen Serviette wird das Ganze nämlich zur echten Herausforderung – vor allem, wenn man auf der Suche nach Taschentüchern alles vollkleckert. Oder wie soll man den Burger öffentlichkeitswirksam auf Instagram & Co. inszenieren, wenn die Hände bereits mit einer Mischung aus Fleischsaft und Soßen benetzt sind?! Merkt ihr selbst, oder? Die Krönung bei Gatsby Burger: Zu jeder Bestellung gibt es ein Erfrischungstuch dazu. Mega!

Fazit

Das Besteck bleibt eingewickelt, der Teller ist ratzekahl leer. Das ist bislang der beste Burger, den ich in Bremen gegessen habe! Auch wenn es für die Mayo-, Ketchup- und Serviettenquelle, die niemals zu versiegen droht, dicke Pluspunkte gibt, bekommt der heutige Besuch 4/5 Sternen. Die ziemlich lange Wartezeit, ominöse Toiletten (in der Sishabar nebenan) und die ‚dicke Luft‘, die einen herrlichen fettigen Geruch in die Kleidung zaubert, bringen einen Punkt Abzug.

★ ★ ★ ★ ☆
nahezu perfekt

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Nutzt unbedingt die Burgermenüs! Für 3,90 € mehr bekommt ihr einen Softdrink und normale Pommes ODER Süßkartoffelfritten dazu. Meistens sind diese vom Menü ausgeschlossen, weil sie mehr kosten. Hier allerdings nicht. Also: zuschlagen!

Grilly Idol (HH)

Die Grilly Idol Burgermanufaktur ist direkt bei mir um die Ecke – auf St. Pauli. Durch eine Freundin, die die drei Inhaber kennt, habe ich schon lange vor der Eröffnung am 15. März 2016 von dieser Burgerquelle gehört und war sofort angefixt. Mittlerweile kann ich schon gar nicht mehr zählen, wie viele Burger ich mittlerweile bei Grilly Idol verspeist habe …

Ambiente

Mit Graffiti, Vintageglühbirnen und unverputzen Wänden ist Grilly Idol definitiv ein heißer Anwärter auf die hipstareske Top 10. Dennoch ist das Ambiente sympathisch und vor allem eines: gemütlich. Lediglich die Fensterplätze vorn an der Tür sind ein wenig zugig. Es gibt keine offene Küche, allerdings hat dies den Vorteil, dass man hinterher recht geruchsneutral nach Hause geht.

Der Cheese Burger (8,50 €) und der Teriayaki Beef Burger (9 €) führen meine ganz persönliche Burgerhitliste bei Grilly Idol an.

Der Cheese Burger mit Cheddarkäse, Tomate, Schmelzzwiebeln, Salat und Grilly-Haussoße

Bun – Cheese Burger

Das Bun ist definitiv selbstgebacken (beim hauseigenen Bäcker) und erinnert von Konsistenz und Geschmack her vage an ein Brioche. Nicht zu fluffig, nicht zu mächtig, nicht zu süß. Genau richtig.

Der asiatische Teriyaki Beef Burger kommt mit Rindfleisch, Gurke, Ingwer, frischen Kräutern, Teriyaki-Soße, gerösteten Erdnüssen, Rote-Bete-Sprossen und Wasabi-Mayo daher

Bun – Teriyaki Beef Burger

Auf der Karte von Grilly Idol stechen drei asiatische Burgervarianten hervor. Hierbei bestehen die Buns aus gedämpften Reismehlbrötchen, die so ganz anders als herkommliche ‚Brötchen‘ schmecken. Sie sind etwas fester und sättigen demnach auch mehr. Im Kombination mit der Teriyaki-Soße und dem typisch asiatischen Gemüse-Kräuter-Mix besticht das Reismehl-Bun jeden Asiafan. Zwischendurch vergisst man beinahe, dass man eigentlich einen Burger vor sich hat, so sehr verführt die äußerst aromatische Teriyaki-Soße in fremde Welten. Für Asialiebhaber.

Patties

Auf den Grilly-Idol-(Beef-)Burgern befindet sich jeweils ein 160-Gramm-Patty, das aus Bio-Rindfleisch besteht. Es ist ja immer ein gaaanz schmaler Grad, die perfekte Garstufe eines Patties zu erzielen – irgendwo zwischen tiefrot blutend und Schuhsohle. Zum guten Ton der feinen Burgerküche sollte es gehören, dass das Patty medium gebraten ist. Ganz ohne Rücksprache mit dem Gast (der sich aus Unwissenheit dann häufig für die well-done-Variante entscheidet, denn sicher ist sicher. Fataler Fehler!) Diese Aufgabe meistert die Grilly-Idol-Crew ganz hervorragend. Das Patty kommt saftig und lecker daher. Achtung: Wer das Fleisch wirklich lieber well done (also richtig, richtig tot) haben möchte, sollte dies bei der Bestellung explizit angeben. Dann aber bitte nicht (bei mir) beschweren, dass das Fleisch trocken war. 😉

Pommes

Die normalen „Kartoffel-Fritten“ sind von der Knusprigkeit bzw. der Würzung her wenig überraschend oder gar außergewöhnlich aber sie lassen sich sehr gut essen. Die Süßkartoffelpommes (nicht im Bild) gelingen der Burgermanufaktur hingegen wirklich gut. Außen knusprig, innen weich – und nicht zu süß. Genauso, wie die Bataten schmecken sollten.

Soßen

Hier möchte ich besonders die Grilly-Haussoße nennen. Sie ist eine Mischung aus Mayo und Ketchup, verfeinert mit einer Prise Kräuter, die der Soße einen frischen Geschmack verleihen. Für eine Pommes-Schranke-Liebhaberin wie mich stellt diese Soße die perfekte Symbiose dar. Ob als Burgersoße oder pur zu Pommes – unbedingt ausprobieren!

Nice to have

Eine weitere Spezialität des Hauses sind die Krautsalate, die bereits am Vortag eingelegt werden. Dabei wickelt mich vor allem die klassische Variante mit gerösteten Erdnüssen und Cranberries immer wieder um den kleinen Finger. Wer hätte gedacht, dass die roten Energiebündel so herrlich mit Krautsalat harmonieren?! Niemand, richtig. Aber auch die indische Variante mit Rosinen, Cashewkernen, Kokosmilch und Koriander mundet ungemein. Außerdem bietet Grilly Idol auf Wunsch glutenfreie Brötchen an. Das ist in der Tat eine seltene Geste in der hiesigen Burgerszene. Die zumeist kleinen Tische lassen vermutlich keine Serviettenspender zu und auch Erfrischungstücher sucht man leider vergeblich.

Fazit

Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Diese zwei Fotos drücken meine Besuche bei Grilly Idol am allerbesten aus. Ob zu zweit, mit den Mädels oder einer Gruppe von 20 hungrigen Mägen – ich ziehe meinen Hut vor der Küche und dem Improvisationstalent der Jungs. Die Qualität der Speisen und die Freundlichkeit der Bedienungen sind konstant klasse. Auch getest und für gut befunden: der Bluecheese Burger, Crispy Chicken Burger und Shiitake-Champignonburger.

★ ★ ★ ★ ★
bäm le bäm

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Der Mittagstisch ist unschlagbar. Seit Anfang Februar 2017 öffnet die Burgermanufaktur bereits um 12 Uhr – und bietet täglich bis 15 Uhr das Burgermenü zum kleinen Preis an (10 € ohne Getränk / 12 € inkl. Getränk). Als ich dort war, gab es sogar bei der 10-€-Variante eine Anjola umsonst. Lohnt sich!

Dulf’s Burger (HH)

Ich beobachte Dulf’s Burger schon eine Weile. Mein erstes kulinarisches Tête-à-Tête in der Himmelstraße (beinahe kitschig …) fand im Mai 2015 statt und liegt somit schon gut anderthalb Jahre zurück. Damals noch in Winterhude beheimatet, galt Dulf’s schnell als DER Hamburger Burgerladen schlechthin. Ein Geheimtipp war er zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr, doch die raren Sitzplätze (die sich im Sommer exponentiell verdreifachten) machten den Besuch besonders, beinahe exklusiv. Wer – vor allem am Wochenende – einen Platz ergattern konnte, durfte sich auf die Schulter klopfen. Kein leichtes Unterfangen. Als ich hörte, dass das Dulf’s im Herbst 2016 ins Karoviertel, d. h. in meine Hood, ziehen würde, war ich ganz aus dem Häuschen. Nach mittlerweile drei bis vier Besuchen am neuen Standort hat sich diese Aufregung ein wenig gelegt. Die große Preisfrage also: Ist Dulf’s immer noch der place to be, um den besten Burger Hamburgs zu zelebrieren?

Ambiente

Drinnen regiert der Industrie-Chic und draußen sitzt man recht zweckmäßig auf Bierbänken. So weit, so gut. Die Bar ist wirklich schick geworden und die Tische bahnen sich ihren Weg in der L-förmigen Lokalität. Die Skizzenwand, die sich direkt rechts neben dem Eingang befindet, zeigt ein munteres Kunstwerk rund um Dulf’s Burger. Das gefällt. (Foto folgt, versprochen!)

So sieht meine höchst subjektive Dulf’s Hitliste aus: Platz 1 gebührt dem Blue Cheese Burger und auf dem 2. Platz tummelt sich der Champignon Burger.

Dulf’s Blue Cheese Burger: Beef-Patty, Kopfsalat, Blauschimmelkäse, Ziwebelmarmelade, (marinierter Bacon), Dulf’s Blue Cheese Mayo, Dulf’s Burger Mayo
Mein Liebling 2.0 ist der Dulf’s Champignon Burger mit Beef-Patty, Kopfsalat, gebratenen Champignons, Zwiebeln, Chesterkäse, Crème fraîche und Dulf’s Burger Mayo

Bun

Es stehen drei verschiedene Bun zur Auswahl: Brioche, Ciabatta oder Sesam. Leider kommt es ab und an vor, dass nicht alle Sorten verfügbar sind. Das Brioche ist tadellos – fluffig und leicht süßlich. So wie es sein sollte. Das Ciabatta schmeckte mir bei meinem letzten Besuch leider gar nicht. Es kam insgesamt zu trocken daher und lag mir recht schwer im Magen.

Patty

Auf den Punkt medium gegart, Chapeau. Zur Wahl stehen: rare, medium oder well done. Wer meine anderen Burgertests gelesen hat und vor allem bei Most Wanted Burger mitfühlen konnte, kann meine medium-Freude an diese Stelle vermutlich bestens nachvollziehen. 😉  Das Fleisch der Beef-Burger stammt übrigens aus der Rotbunt Färse. – Bitte woher? Das musste ich zugegebenermaßen selbst erstmal nachschlagen. Es handelt sich dabei nämlich um das weibliche Jungtier der rot-weißen Hausrind-Rasse , die vor allem in Nord- und Mitteldeutschland vertreten ist. Ha, wieder etwas dazugelernt! Bei Dulf’s Burger wird gern hochgestapelt und so wird mit dem Blauschimmelkäse, der Zwiebelmarmelade oder den schmackhaft gewürzten Champignons nicht gegeizt.

Pommes

Die Süßkartoffelpommes sind wirklich zu empfehlen! Diese sollten jedoch zügig verspeist werden, denn manchmal kommen sie bereits lauwarm auf den Teller.

Soßen

Meins, meins, meins. Das passiert, wenn man mir an die Soßen will

Die Burger an sich sind durch ihre reichhaltigen Toppings bestens mit Soßen versorgt. Vor allem die Dulf’s Burger Mayo zieht sich beinahe wie ein roter Faden durch die Karte. Zu recht, denn die kann sich wirklich sehen – und schmecken – lassen. Die Basilikum-Mayo (überraschenderweise der grüne Klecks im Bild) sieht zwar toll aus, schmeckt aber weniger nach Basilikum, als vermutet. Dafür kommt sie recht frisch daher. Dagegen ist die Honig-Senf-Soße (dunkelgelb) unheimlich süß. Die muss man mögen. Dahingegen ist die BBQ-Variante stark rauchig und daher nicht unbedingt mein Fall. Aber echte Liebhaber werden vermutlich nicht die Finger davon lassen können.

Nice to have

Mich umtreibt immer noch ein wenig Wehmut, wenn ich daran denke, dass auf der neuen Karte urspünglich drei Mini-Burger standen, die man sich selbst zusammenstellen konnte. Doch als ich diese bestellen wollte (nach stundenlanger Abwägung, was denn wohl die beste Kombi sei), hieß es, dass die Burger in dieser Form nicht mehr angeboten werden. Die Küche sei damit überfordert gewesen. Bei meinen nächsten Besuchen ahnte ich so langsam, warum … Aber immerhin: Man lernt daraus.

Fazit

Der BESTE Burgerladen Hamburgs. Die SCHÖNSTE Stadt der Welt … Auch auf die Gefahr hin, dass ich nun den Unmut der alteingesessenen Hamburger auf mich ziehe: Ich bin kein großer Fan von Superlativen. Und das gilt auch im Bezug auf Dulf’s Burger. Vor allem meine Besuche im Sommer (unschwer zu erkennen, dass auch fast alle Fotos aus der Zeit stammen) haben mich davon überzeugt, dass es für mich DER Laden schlechthin ist. Doch der ein oder andere Besuch in jüngerer Zeit hat mich an der Antwort auf die Frage: „Sag mal, was ist dein Lieblingsburgerladen in Hamburg?“ zweifeln lassen. Am neuen Standort lief der Service in den ersten Monaten eher quadratisch anstatt rund und der häufige Wechsel (Austausch?!) des Personals tat vermutlich sein Übriges. Zudem werde ich das Gefühl nicht los, dass die Vergrößerung der Ladenfläche zulasten der Qualität geht. Quantität statt Qualität und Massenabfertigung kann nicht die Antwort sein. Schließlich gestaltet sich der Besuch der Burgerschmiede zu absoluten Hochzeiten eher wie ein Russisch Roulette. Oder um es etwas weniger pathetisch auszudrücken: Man muss Glück haben. Ich werde das weiterhin beobachten und berichten …

★ ★ ★ ★ ☆

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Also, das Dulf’s bitte keinesfalls abends – vor allem am Wochenende – aufsuchen. Wenn ihr aber vor Ort seid: Die hausgemachten Limos schmecken herrlich frisch und stillen des Burgerdurst extrem gut.

Most Wanted Burger (HH)

Manche mag es überraschen, einige wissen es und wiederum andere haben es geahnt. Ich bin nicht nur auf eigene Faust unterwegs, sondern auch Teil einer fünfköpfigen Burgercrew, die es sich zur Aufgabe macht, nach & nach feine (Hamburger) Burgerläden aufzuspüren. Unser jüngster Besuch im Januar 2017 führt uns zu Most Wanted Burger (MWB), die sich ausdrücklich von Fast Food abgrenzen. Hier stellt sich die Frage aller Fragen: Kann Eimsbush Burger?

Ambiente

Die Ladenfläche ist klein aber wird maximal genutzt. Hohe Tische und Stühle garantieren den Blick in die offene Küche, wo ein reges und geschäftiges Treiben herrscht. Seit der Eröffnung im März 2016 zieht sich der Industrie-Chic wie ein roter Faden durch das Interieur. Die recht enge Sitzsituation lässt zwar zu, dass man seinen Burger in Ruhe verzehren kann aber zum Verweilen lädt MWB eher weniger ein.

Bei meinem ersten Besuch durchleide ich tatsächlich alle Phasen von Entscheidungsängsten, bis meine Wahl (endlich) auf den Alpenrösti (8,90 €) fällt.

Alpenrösti: Beefpatty, Kartoffelrösti, Bacon, Romanasalat, Schweizer Bergkäse, hausgemachte Käsesoße, Tomaten, MW-Senf-Mayo und ein Klecks Coleslaw

Bun

Drei verschiedene Bun lassen sich munter mit den einzelnen Burgern kombinieren: Brioche, Sesam oder Krossi. Das Sesambun sieht selbstgemacht aus und schmeckt gut, sticht jedoch nicht nennenswert aus der Masse heraus.

Patty

MWB bietet die 180g-Patties, bestehend aus Lüneburger Rind, explizit in allen fünf Garstufen an: rare, medium-rare, medium, medium-well, well done. In einem kurzen Moment geistiger Umnachtung (oder bin ich einfach ins Gespräch vertieft?!) entscheide ich mich dafür, meinen Burger medium-rare zu bestellen. Großer Fehler. Als Bremerin bin ich quasi mit Hackepeter-Brötchen aufgewachsen. Ich habe also ein äußerst zutrauliches Verhältnis zu rohem Fleisch. Beim Burger endet diese Zuneigung jedoch gänzlich. Der Kartoffelrösti – leider völlig ungewürzt und kühl – verschleiert zunächst einiges, aber, so gar wie das Patty von außen aussieht, so sehr lacht es mich von innen blutrot an. Daraus schlussfolgere ich, dass ‚rare‘ folgender Stufe entsprechen müsste: Man nehme das Patty aus dem Kühlschrank und lege es ohne Umschweife aufs Bun. Geschmackssache. Eindeutig. Der Schweizer Käse lässt sich nur noch unschwer von der Käsesoße unterscheiden und schmeckt mir ein wenig zu sehr nach Scheiblettenkäse. Selbst die ultimative Veredelung mit Blattgold kann von diesen (Kritik-)Punkten kaum ablenken.

Stilecht dinieren à la Burgermeisterin

Pommes

Frittenliebe! Ich komme in den Genuss der „belgischen Fries“ und der „Süßkartoffel Fries“. Beide Varianten schmecken super. Den ’normalen‘ Pommes sieht man richtig an, dass sie handgeschnitten und hausgemacht sind. Gefällt mir. Davon könnten sich einige Läden eine Scheibe abschneiden. Tüte auf und ab in die Friteuse kann schließlich jeder.

Soßen

Zu gern hätte ich die auf der Karte angepriesene Passionsfrucht-Mayo probiert, doch die ist leider gerade aus. Stattdessen gönne ich mir die Sweet-Chili-Mayo und die ist toll. Nicht zu scharf und nicht zu lasch.

Nice to have

Öhm … Zu jedem Burger gibt es kleinen Klecks Coleslaw. Dieser ist wirklich lecker. Aber leider viel zu klein. Mehr davon, bitte!

Fazit

Alpenrösti – kann man machen, muss man aber nicht. Ich hatte ein Geschmackserlebnis der Extraklasse erwartet aber irgendwie stellte sich der Burger eher als Kombi aus halbgarem Fleisch (okay, mein Fehler) und einem ungewürzten / kalten Rösti mit undefinierbarem Käse heraus. Der O-Ton meiner Begleitung ist jedoch durchweg positiv. Vor allem die Karte von Most Wanted Burger hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die trauen sich etwas: Lammrücken & Merguez (syrische Lammwurst) anstatt Patty, Portobello-Pilz-Bun oder Algensalat auf dem Burger. Bei der nächsten Gelegenheit würde ich dem Laden eine zweite Chance geben – aber dann unbedingt in der medium-Variante.

★ ★ ★ ☆ ☆
Von der Perfektion noch etwas entfernt

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Mutbürger, erhebt euch! Die Lammrücken- & Merguez-Variante oder der Portobello-Pilz-Bun sind in dieser Form einzigartig in Hamburg. Also: mutig bleiben.

Burgerie (B)

Wie gern hätte ich diesen ultimativen vierfach Cheesy mit nach Hause genommen … Nächstes Mal! Allerdings täuscht auch die Dimension nicht über den geringfügigen Plastikgeschmack hinweg. 😉 Wenn man gute Freunde in Berlin hat, deren Freundschaft zwar ganz sicher nicht ausschließlich, aber mitunter, auf einer beiderseitigen Leidenschaft für Burger (wer hat da nur wen angesteckt?!) basiert, fällt die Wahl eines entsprechenden Lokals nicht weiter schwer. Dieses Mal besuchen wir die seit 2011 in Prenzlberg ansässige Burgerie.

Ambiente

Die Burgerie besteht aus einem nahezu quadratischen Raum, in dem etwa vier bis fünf Tische Platz finden. Durch den Teppichboden und die unzähligen Bilderrahmen an den Wänden fühlt sich wie in einem urigen Wohnzimmer – und sofort wohl. Am Wochenende kann es jedoch auch schnell kuschelig werden, also jegliche Berührungsängste bleiben bitte draußen.

Da die Karte wirklich umfangreich ist, ich aber heute recht entscheidungsfaul bin, bestelle ich einen Double Cheeseburger (5, 10 €) und eine Portion Süßkartoffelpommes.

Der Double Cheeseburger kommt mit Blattsalat, Tomate, Gewürzgurke sowie  Ketchup und Mayo daher

Bun

Das Burgerbrötchen wird als „Standard“ auf der Menükarte geführt – und das trifft es eigentlich ganz gut. Nichts Besonderes, aber es schmeckt ganz gut. Zur Auswahl stehen außerdem Bio-Roggenbrötchen (+ 0,60 €) oder ein gluten- / laktosefreies Bun (+ satte 1,50 €).

Patty

Die Burgerie distanziert sich bewusst von industriell gefertigen TK-Patties (Applaus!) und verwendet ausschließlich Bio-Rind, das auf dem Lavasteingrill zubereitet wird. Hierbei lässt sich jeder Burger (auch mit Hähnchen oder Fisch) in drei Varianten bestellen: Mit einem 100g, 160g oder 230g schweren Patty. Eine grandiose Idee, wie ich finde. Da ist mit dem 100g-Patty auch mal etwas für den kleinen Hunger dabei. Oder eben mit 230g für den ganz, ganz großen Hunger. Meine Wahl fällt auf die 100g-Variante, damit noch Platz für das ein oder andere alkoholische Getränk bleibt, das im Anschluss folgen sollte. Beste Entscheidung.

Pommes

Die Süßkartoffenfritten gehen voll klar. Sie katapultieren mich zwar nicht sofortig in den 7. Pommeshimmel aber sie schmecken solide – und gut.

Soßen

Die angebotenen Dips lassen sich entweder in die Burgerkonstruktion integrieren oder mit den kartoffeligen Beilagen kombinieren. Ich musste also unbedingt die Pesto-Mayo ausprobieren. In Kombi mit den Süßkartoffelpommes: superb.

Nice to have

Zum Essen bzw. zum Besteck werden definitiv mehr als eine einzige Serviette gereicht. Das erfreut mich als Burgermeisterin sehr.

Fazit

Der Double Cheeseburger ist für den Preis von etwas mehr als 5 € ganz wundervoll! Preis-Leistungs-Verhältnis = 100 Punkte. Wer hier jedoch einen Gourmetburger der Extraklasse sucht, wird das Lokal vermutlich mit vollem Magen aber auch etwas enttäuscht verlassen. Der Grund hierfür sind die etwas überladene Karte und die zweitklassigen Bun. Dass die Burgerie in der Hipsterhauptstadt gluten- bzw. laktosefreie Brötchen anbietet, ist keine große Überraschung. Dennoch stolpert man (wie auch bei dem Bio-Roggenbun) leider über den enormen Aufpreis.

★ ★ ★ ☆ ☆
Preis-Leistungs-Verhältnis: Tipptopp

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Es gibt ein Gold-Menü, das aus einem 160g-Beef-Patty mit doppelt Chester, Avocadocreme, getrockneten Tomaten und Bacon sowie einem frei wählbaren Dip besteht. Der absolute Clou dabei: Der Burger und die Kartoffelbeilage sind mit essbarem Gold besprüht! #nextlevel. Bäm, oder? (Auch wenn ich die Idee zuerst hatte. Mit Blattgold funktioniert das nämlich auch verdammt gut … ✨) Tadaaaa:

Du strahlst so schön! Die ultimate Burgerveredelung à la Burgermeisterin. (Hier bei Hensel Burger in HH)

Mom’s Diner (OL)

Da es mich privat wie ein Magnet immer & immer wieder nach Oldenburg zieht, war ich natürlich sofort neugierg, was sich hinter Mom’s Diner versteckt.

Ambiente

Rock ’n‘ Roll, Baby! Nicht nur von außen, sondern auch von innen mutet Mom’s Diner mit seinen schwarz-weiß-gekachelten Tischen, den knallroten Stühlen und den unzähligen Blechschildern wie ein typisch amerikanischer Diner an. Das Deko-Konzept ist stringent durchgezogen – man fühlt sich direkt in die USA der 50er- und 60er-Jahre katapultiert.

Der Burger mit einem farbigen Bun und dem famosen Namen Red Robin (ca. 6,50 €) soll es sein! #neuland

Tandoori-Chicken, gegrillte Ananas, Chester, Tomate, Rucola und Cheesy-Soße zeichnen den Red Robin aus

Bun

Ein rotes Bun! Ich MUSS es einfach probieren. Auf Nachfrage erfahre ich, dass das Bun nicht selbstgemacht ist. Schade drum. Aber dafür weiß ich jetzt, dass es mit Tomate eingefärbt wird. Man lernt ja schließlich nie aus. Leider täuscht die Farbe nicht darüber hinweg, dass es etwas dröge daher kommt.

Patty

Bzw. in diesem Fall: Tandoori-Chicken. Sieht aus wie Hähnchen und schmeckt auch so. Die Würzung in Kombi mit dem Käse ist durchaus lecker. Die Ananas empfinde ich als überflüssig aber das ist wohl reine Geschmackssache. Mich erinnert das alles ein wenig an einen verkappten Toast Hawaii – als charmante Burgerreinkarnation.

Pommes

Noch eine Besonderheit, die mir in anderen Burgerlädchen selten über den Weg läuft: Curly Fries. Daran hängen so einige Erinnerungen an meine Kindheit, Nostalgie pur. Sie sind leider bereits etwas kalt, als sie den Weg zu mir finden. Die Würzung und Konsistenz sind aber ganz genau so, wie ich die guten, alten Curly Fries in Erinnerung habe,

Soßen

Die Soßen überraschen! Obwohl ich normalerweise einen großen Bogen um all die fancy BBQ-Dinge mache, lasse ich mich dazu überreden, die hausgemachte Variante zu probieren. Die hauchfeine Rauchnote überzeugt. Dahingegen hält die Spezialsoße leider nicht, was sie verspricht. Sie sieht aus wie Ketchup – und schmeckt auch so. Vielleicht etwas frischer, aber das kann auch Einbildung sein.

Nice to have

Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe mich sofort ein wenig in das Geschirr verguckt. Die typischen Imbiss-Pappteller finden sich hier in der schönen Porzellanversion wieder. Davon hätte ich ja auch zu gern selbst welche zu Hause … An der Mayo-, Ketchup und / oder Serviettenfront gibt es nichts Neues zu berichten. Nächstes Mal bitte mehr Servietten, danke. 🙂

Fazit

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt bei Mom’s Diner. Und ja, es handelt sich auch nicht unbedingt um Fastfood. Allerdings spielt der Laden ganz und gar nicht in einer Liga mit den übrigen von mir getesten (Gourmet-)Burgern. Für den kleinen-großen Hunger zwischendurch sind die Burger super, das Ambiente besticht aber es ist und bleibt – wie der Name schon sagt – ein Diner.

★ ★ ★ ☆ ☆
ziemlich gut aber da ist noch Luft nach oben

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Mir kam jüngst zu Ohren, dass Mom’s Diner sein Fleischangebot umstrukturiert und demnächst auf Dry-aged Beef aus der Region setzt. Das macht neugierig.

Flotten Happen (Langeoog)

Herrlich, Langeoog gehört mit seinen knapp 20 Quadratkilometern zu einem der wenigen Fleckchen Erde, das ganz ohne Big M oder sonstige einschlägige Fast-Food-Fauxpas auskommt. Aber auch gute und hochwertige Burger suchte man auf der Nordseeinsel bislang vergeblich. Bei meinem letzten Besuch im Oktober 2016 stach mir Flotten Happen im Zentrum der Insel direkt ins Auge. Challenge accepted.

Ambiente

Wie heißt es so schön? „Es gibt kein schleches Wetter, nur falsche Kleidung.“ Dennoch zieht es – zumindest bei herbstlichen Temperaturen – bei Flotten Happen wie Hechtsuppe. Daran lässt sich auch das Ambiente ablesen: Es ist vielmehr ein Imbiss. In der Mitte des Raums steht ein enormer Holztisch mit hohen Stühlen, der einen perfekten Blick auf die umliegenden Tische und in die offene Küche garantiert. Aber die offenen Türen scheinen sagen zu wollen: „Nicht lang schnacken, Kopp in Nacken“ – zu hochdeutsch: Verweile nicht so lang, sondern iss deinen Burger und gehe weiter auf Erkundungstour.

Heute sollte es ein klassischer Cheeseburger (ca. 6 €) sein.

Salat, (frische) Gurke, Tomate, Käse und ein ansehnliches Patty – der Cheeseburger bei Flotten Happen ist komplett

Bun

Das Burgerbrötchen kommt zwar etwas zerknittert daher, stammt aber aus der inseleigenen Bäckerei ‚Seekrug‘. Und das schmeckt man. Sehr lobenswert.

Patty

Frisch und vor allem saftig schmeckt das Beef. Tadellos. Das Ganze könnte lediglich ein wenig mehr Würzung vertragen.

Pommes

Schmecken! Sind aber nicht weiter überraschend.

Soßen

Meine ungeteilte Konzentration gilt dem Burger, deshalb kann ich hier nicht tiefer in meinem Erfahrungsschatz kramen.

Nice to have

Der Burger wird in einem praktischen und wiederverwendbaren Körbchen serviert. Das gefällt und passt zum Ambiente. Die Servietten aus Recyclingpapier waren wiederum gut gemeint aber in der Handhabung eher Quatsch. Viel zu dünn und nicht saugfähig.

Fazit

Langeoog kann Burger! Mein nächster Besuch auf der „Insel des Lebens“ ist also besiegelt. Allerdings orientiert sich das Burgersortiment für einen Imbiss eher am höheren Preissegment. Für 1-1,50 € weniger hätte es auch mindestens einen Stern mehr gegeben.

★ ★ ★ ☆ ☆
Gutes Mittelfeld