Hunter’s (HH)

In das Hunter’s in Eppendorf stolpere ich eher durch Zufall. Das im Herbst 2016 eröffnete Restaurant hat sich auf südafrikanische Spezialitäten spezialisiert. Als ich auf der Karte einen Straußenburger entdecke, bin ich sofort Feuer & Flamme.

Ambiente

Schick, schicker, Eppendorf.

Das „Hunter’s Bar & Grill“ ist am Isebeckkanal beheimatet, wo sich einst der Hotspot der Eppendorfer Prominenz befand. Heute überzeugt die Adresse mit alten, gemütlichen Gemäuern, einer Prise Industrie-Chic und Accessoires, die ganz dem Jagd-Motiv entsprechen. Man fühlt sich gleich wohl.

Den Straußenburger gibt es in Kombination mit den in Tempurateig gebackenen Süßkartoffelpommes (19,50 €).

 

Rotwein-Jus, Harissamayonnaise, Burger sowie Süßkartoffelpommes im Tempurateig
Der Straußenburger kommt mit einem Brioche-Bun, Cheddarkäse, Tomate und roten Zwiebeln daher

Bun

Das Brioche-Bun ist ausdrücklich selbstgebacken und fällt vermutlich in die Kategorie: Der Wille war da …  Es ist recht schwer und fest, zugleich aber auch leider ziemlich trocken. Für meinen Geschmack ist es deutlich zu mächtig für solch einen kleinen Burger. Schließlich sollte es doch vor allem ums Fleisch gehen, oder?

Patty

Straußenfleisch ist für seine relativ feste Konsistenz bekannt. So ist das Patty in der Tat (ungewöhnlich) fest. Auf mich wirkt das Fleisch zudem etwas trocken. Mich überrascht zudem, dass der Burger an sich mit einer Scheibe Tomate und roten Zwiebeln – aber ganz ohne Soße – serviert wird. Die Soßen (scharfer Jalapeñoketchup und Harissamayo) kommen separat in Schälchen daher. Da ich ja weniger der feurige Typ bin, ersetze ich den Ketchup durch Rotwein-Jus.

Pommes

Süßkartoffelpommes in Tempurateig gebacken

Chapeau! Die Süßkartoffelfritten sind grandios. Ursprünglich ist Tempura aus der japanischen Küche bekannt und hüllt nicht nur Pommes, sondern häufig auch Gemüse und Meeresfrüchte in eine locker-knusprige, frittierte Teighülle. Diese Variante mit Süßkartoffeln ist traumhaft gelungen. Locker, leicht, knusprig und fein gewürzt!

Soßen

Extra: Rotwein-Jus und Harissamayo

Die Harissamayonnaise schmeckt leicht pikant und harmoniert wunderbar mit den Süßkartoffelfritten. Auch in Kombination mit dem Straußenfleisch peppt sie den ganzen Burger auf. Das Rotwein-Jus ist eine kleine Katastrophe und schmeckt einfach nur bitter. Da scheint beim Kochen etwas schiefgelaufen zu sein.

Nice to have

Die Wahl einer anderen Soße (als die, die ursprünglich auf der Karte steht) bereit keinerlei Probleme und kostet auch keinen Aufpreis. So muss das!

Fazit

Allein für die Süßkartoffelpommes in Tempurateig würde ich Hunter’s definitiv noch einen Besuch abstatten. Das saftige Preis-Leistungsverhältnis ist für den Burger – vor allem hinsichtlich seiner Größe und der Qualität – jedoch anmaßend. Straußenfleisch mag und sollte teu(r)er sein aber dann muss auch die Gesamtkomposition vollends überzeugen. Das tut es dank des trockenen Buns und der Soßen nicht unbedingt.

★ ★ ★ ☆ ☆
Außergewöhnlich leckere Süßkartoffelfritten, der Burger überzeugt jedoch nur mäßig

Luke’s Urban Food (HH)

Zugegeben, ich bin schon so eine kleine Nostalgikerin … Als ich die Location der im April 2017 frisch eröffneten Burgerschmiede Luke’s Urban Food betrete, erinnert mich noch so einiges an Die Herren Simpel – eine Bar, die 14 Jahre lang das Bild der Schanze prägte. Und zack, war sie (gefühlt) von einem Tag auf den anderen verschwunden. Als mir zu Ohren kam, dass eine Burgermanufaktur ihren Platz einnehmen sollte, wurde ich natürlich hellhörig. Als das Essen schließlich vor meiner Nase steht, entdecke ich auf dem Tablett einen kleinen aber feinen Hinweis: „Stock’s – Luke’s Urban Food“. Dahinter verbirgt sich der Hamburger Gastronom Heiko Stock, der sich in der Hansestadt nicht nur durch sein Restaurant, sondern auch durch seine (Salat-)Soßen einen Namen gemacht hat. Da liegt so ein Burgerlädchen natürlich nahe …

Ambiente

Luke’s Urban Food zählt definitiv zu einem der großen Burgerläden. Hier gibt es massig viel Platz und bei tollem Wetter lockt der geschütze aber dennoch sonnige Innenhof. Wer lieber Leute beobachten mag, kann es sich auch auf den Bänken vor der Lokalität gemütlich machen und genießt ein wenig die Schanzeria.

Auch wenn der internationale Tag des Cheeseburgers erst am 18. September stattfindet, entscheide ich mich für die käsige Variante (6,50 €)

Ein Beef-Patty, Cheddar, Salat, Tomaten, Gurken, Gurken-Zwiebel-Relish, Luke’s Burgersoße und eine Art Ciabatta-Bun zeichnen den Cheeseburger aus

Bun

Das Bun erinnert mich an eine Mischung aus einem Toast- und Ciabattabrötchen. Dadurch, dass es recht fest, aber dennoch fluffig und ungewohnt flach, ist, fühlt man sich nicht zu sehr gesättigt. Das Bun lässt gewissermaßen dem Beef-Patty und allem drumherum den absoluten Vortritt.

Patty

Bei der Bestellung wurde ich nicht nach dem gewünschten Gargrad gefragt und als ich in den Burger beiße, merke ich eines: Das Patty ist zwar saftig aber definitiv Well Done. Seltsam, das hätte ich bei einem Ableger aus der Sternekoch-Dynastie von Heiko Stock doch anders erwartet. Dadurch, dass die Soße und das Gurken-Zwiebel-Relish (das ich nicht so recht entdecken kann), recht sparsam dosiert sind, sticht der Geschmack des Beefs sehr heraus. Ich kann nicht so recht festmachen, woran es liegt aber es scheint die Würzung zu sein, die mir nicht wirklich zusagt. Trotz Cheddar schmeckt mir das Fleisch zu fleischig und erscheint mir zu lasch.

Pommes

#pornös
Liebe auf den ersten Blick!

Respekt! Die „Pornofritten“ machen ihrem Namen alle Ehre! Vermutlich wären die Pommes allein für sich recht langweilig – auch wenn sie schön knusprig sind. Doch mit einem Topping aus hausgemachter Remoulade, Röstzwiebeln und Kresse wird das Fritteninferno zu einem Gedicht! Durch das voluminöse Topping bleiben die Pommes länger warm, welch schöner Nebeneffekt.

Soßen

Luke’s Burgersoße und auch das Gurken-Zwiebel-Relish haben mich tatsächlich, vielleicht ja auch aufgund ihrer geringen bzw. (Non-)Existenz, nicht beeindruckt. Doch die Remoulade kann sich sowas von sehen – und schmecken lassen! Sie ist leicht zitronig und herrlich fein abgeschmeckt.

Nice to have

Der Empfang war offen und herzlich. Das vermisst man in so manch überfülltem Burgerladen manchmal.

Fazit

Der Cheeseburger als Gesamtkonstrukt hat mich nicht wirklich überzeugt. Doch bei den Fritten war es Liebe auf den ersten Blick. Ganz schön #pornös! Für die Pommes werde ich Luke’s sicherlich noch einen zweiten Besuch abstatten.

★ ★ ☆ ☆ ☆
Burger so la la, aber: Pornofritten for President

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Platz, Platz, Platz! Bei Luke’s Urban Food lässt es sich sicherlich auch mit größeren Gruppen ganz entspannt burgerieren. Das hat in der Hamburger Burgerlandschaft ja eher einen Seltenheitswert.

Billy the Butcher (HH)

Im März dieses Jahres hat sich die Hamburger Traditionsfleischerei „Beisser“ mit der Steak- und Burger-Bar „Billy the Butcher“ in Ottensen neu erfunden. Nach dem Umbau ist eine kleine Fleischtheke geblieben, daneben lockt eine offene Showküche und eine Menge Sitzplätze laden zum Verweilen ein. Ab sofort stehen auf der Lunch-Karte nun von 12 bis 17 Uhr (dienstags bis samstags) Burger. Die Burgermeisterin hat Billy – völlig selbstlos – einen Besuch abgestattet.

Ambiente

Die offene Showküche sticht sofort ins Auge
Freie Platzwahl

Egal, wohin man schaut: Es blitzt und blinkt. Der Laden sieht wie aus dem Ei gepellt aus. Der erste Blick wandert sofort zur offenen Küche. Die historischen Fotografien dokumentieren den Werdegang der Fleischerei, aufgelockert wird die Wanddekoration durch flotte Sprüche und Piktogramme. Über der ganzen Lokalität schwebt ein gewisser Industrie-Chic. Ganz schon durchgestylt.

Die Burgerkarte ist klein aber fein und bietet genau vier Varianten: Ich entscheide mich für den klassischen Cheeseburger (7,50 €).

Bun

Das Brioche-Bun kommt herrlich fluffig und leicht süßlich daher. Genauso sollte es sein. Interessanterweise werden alle auf der Karte gelisteten Burger mit einem Brioche-Bun angeboten. Auch die BBQ- und Chickenkreationen. Ungewöhnlich.

Patty

Ähnlich wie das Dulf’s, verwendet Billy the Butcher das feinmarmorierte Rindfleisch von der Färse, d. h. eines weiblichen Rinds, das noch nicht gekalbt hat. Selbstverständlich aus regionaler Züchtung. Zu meinem Entzücken lese ich auf der Karte etwas á la „Medium“ gegrillt. Doch halt, „Medium-Rare gegrilllter Beef-Patty“? Das ist für die breite Masse ja doch schon etwas hart. Bei der Bestellung wird jedoch noch einmal nachgehakt, ob man das Patty „Medium“ (was ja schließlich die beliebteste Garstufe ist) oder „durch“ auf den Teller bekommen möchte. Ob es sich da um einen Tippfehler handelt? Das Wichtigste: Das Patty landet auf den Punkt gegrillt auf dem Burger und ist ein Fest. Zart & saftig! In Kombination mit dem würzigen Bergkäse geht das Beef zwar beinahe etwas unter aber das ist es wert. Mit den karamellisierten Zwiebeln, die wirklich toll abgeschmeckt sind, wird nicht gegeizt. Sie finden sich auch rund um den Burger als Dekoration wieder. Einzig die riesige Tomatenscheibe, die demonstrativ auf dem Ensemble trohnt, stört ein wenig.

Soßen

Hausgemachte Remoulade

Es lässt sich schwer herausfinden, was das Geheimnis der „hausgemachten Burgersoße“ ist, aber eines steht fest: Zusammen mit Patty, Käse & Zwiebeln schmeckt sie wunderbar stimmig. Die hausgemachte Remoulade sieht gut aus, hüpft aber nicht unbedingt auf der Zunge.

Pommes

Zunächst einmal: Als Beilage steht eine gemischte Schale Pommes auf der Karte –  mit 1/3 Süß- und 2/3 Normalo-Fritten (2,50 €). Das ist überraschend und mutig zugleich. Leider erfüllt das Geschmackserlebnis diese beiden Attribute nicht unbedingt. Beide Sorten überzeugen nicht wirklich, wirken beinahe wie lahme TK-Varianten.

Nice to have

Es ist in der Tat das erste Mal, dass ich einen Burger auf einem warmen Teller serviert bekomme. Welch kluger Schachzug! Und auch wenn es sich nicht unmittelbar auf den hiesigen Burgergenuss bezieht: Der Gang zu den sanitären Anlagen führt durch einen Lamellenvorhang, wie man ihn sonst tatsächlich aus Kühlhäusern kennt. Ganz schön authentisch. Und rustikal.

Fazit

Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis! Der Burger zählt zwar nicht zu den größten aber nach seiner Mittagspause mag man ja auch nicht unbedingt kugelrund zurück an den Schreibtisch kehren. Die Pommes, auch wenn es sich um eine gemischte Version handelt, sind leider recht enttäuschend, abgesehen davon ist die Portion recht klein. Doch für einen Burger lohnt sich der Besuch allemal!

★ ★ ★ ☆ ☆
Fein abgeschmeckter Burgerlunch

Smox (HH)

Immer die selben schnöden belegten Brötchen, überteuerte Wraps und ungesunde Glutamatprodukte. Kann Bahnhofsgastronomie wirklich schmecken? Da kommen Zweifel auf. Das weiß vermutlich jeder, der sich bereits einmal im (Haupt-)Bahnhof seines Vertrauens mit Essen eindecken wollte, bevor es auf große Reise ging. Doch mit dem Burgerladen Smox zeigt Hamburgs drittgrößter Bahnhof Potenzial.

Ambiente

Trotz gemütlich eingerichteter Sitzecke ist und bleibt es ein Lädchen im Dammtor-Bahnhof. Ergo: Es ist recht kühl und so mäßig komfortabel. Aber nun gut, für einen kleinen Burgersnack reicht es allemal.

Für 5,90 € gönne ich mir den „Smoxy Pulled Pork“.

Der Smoxy Pulled Pork mit Brioche, hausgemachtem Pulled Pork, Coleslaw und Smoked-BBQ-Soße

Bun

Nach dem Baukastenprinzip lassen sich entweder eigene Burger zaubern oder vordefinierte Varianten auswählen. Meine Wahl fällt auf einen der „favorite Smoxys“. Dabei kann ich mich zwischen Brioche-, Roggen- oder Dinkel-Bun entscheiden. Die erste Variante kommt recht knusprig daher, hat aber nicht allzu viel Eigengeschmack.

Patty bzw. Pulled Pork

Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, weiß, dass ich eigentlich kein allzu großer Fan von BBQ in jeglicher Form bin. Doch mit Pulled Meat harmoniert es immer wieder überraschend gut. So auch auf diesem Burger. Das Fleisch kommt saftig und würzig daher, die rauchige Note schmeckt man deutlich heraus. Doch es hält sich alles noch in – leckeren – Grenzen.

Pommes

Die Kartoffelschale lässt erahnen, dass diese Fritten aus echten Erdäpfeln hergestellt worden sind. Doch für meinen Geschmack sind sie zu dünn und viel zu schnell kalt. Durch ein Missverständnis bekommen wir zwei Portionen serviert, haben jedoch nur eine bezahlt.

Soßen

Die Version Pommes-Schranke haut einen nicht von den Socken. Vielleicht sollte man lieber zu den selbstgemachten Soßen übergehen: Cesar oder Trüffel-Hummus. Das würde vermutlich mehr schocken.

Nice to have

Ähnlich wie bei Subway, lassen sich die Burger bei Smox tatsächlich komplett individualisieren. Vom Bun und Soße über Basic Topping (Pulled Beef / Pork, Chicken, gegrillter Portobello, Falafel oder Spiegelei) bis hin zum Extra Topping (Salat, Schmelzzwiebeln, gegrillte Antipasti, Parmesan, Chips, Käse etc.) So bieten sich  1001 Kombinationsmöglichkeiten. Challenge accepted.

Fazit

Smox stellt eine echte Alternative zu herkömmlichem Bahnhofsfutter dar. Der Burger schmeckt solide und das Preis-Leistungsverhältnis ist spitze. Ich glaube, ich bin in einem Bahnhof selten so günstig – so lecker – sattgeworden. Doch Achtung, Entscheidungsunfreudige werden jedoch aufgrund all der Wahlmöglichkeiten schnell ins Trudeln geraten. Aber zum Glück gibt es ja bereits einige Vorschläge. Die Fritten kann man sich hingegen sparen.

★ ★ ★ ☆ ☆
Für Bahnhofsgastro: lecker!

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Augen offen halten! Es gibt immer wieder Rabattaktionen, mit denen der Burger nur noch ’n Appel und ’n Ei kostet.

Bear Claw (HH)

Eines vorweg: Bear Claw in Hamburg-St. Georg ist keine herkömmliche Burgermanufaktur. Im Mittelpunkt steht vielmehr Pulled Meat – serviert als Sandwich. Und somit ist es ja beinahe burgerös. Außerdem: Abwechslung muss sein! Da mir der Besuch wirklich gut gefallen hat, möchte ich euch dieses kulinarische Erlebnis nicht vorenthalten.

Ambiente

Die offene Küche, die die Hälfte der Lokalität ausmacht

Bear Claw ist ein kleiner aber feinen Laden, der sich vollends dem eher rustikalen Industrie-Chic verschrieben hat. Da passt jedoch alles zusammen: Das Essen wird auf Metalltabletts serviert und die Pommes kommen in Emaille-Schüsseln daher. Ein Letterboard offeriert das kleine aber gezielte Angebot. In der offenen Küche, die etwa die Hälfte des Raums einnimmt, lässt sich Schritt für Schritt die Zubereitung des Essens verfolgen.

Es stehen vier verschiedene Sandwich-Varianten zur Auswahl, die man jeweils mit Pulled Pork, Chicken oder Beef ordern kann. Als Senf-Fan ist meine Wahl eindeutig: Es soll das Estragon-Dijon-Sandwich mit Pulled Beef (9 €) werden.

Die Estragon-Dijon-Variante zeichnet sich durch Pulled Beef, Brioche-Toast, Blattsalat, Tomate, Krautsalat und Estragon-Dijon-Mayo aus

Bun bzw. Toast

Bei dem Brioche-Toast handelt es sich um eine leicht angetoastete, große und helle Brotscheibe. Das könnte so oder so ähnlich auch im Duden stehen. 😉 Die Größe des Toast ist bei all dem Inhalt des Sandwiches auch dringend nötig.

Pulled Beef

Wie man sieht: Beef, Beef, Beef!

Wie bei Pulled Meat üblich, wird das Fleisch bis zu 14 Stunden bei einer Temperatur von 100 bis 130 Grad in einem Smoker gegart. Dabei erhält es einen leicht rauchigen BBQ-Geschmack. Dieser hält sich jedoch sehr in Grenzen. Ich schmeckte vielmehr eine gewisse Pfeffernote heraus, die ein fester Bestandteil der geheimen Würzung ist. Das herrlich zarte und saftige Fleisch zerfällt auf der Zunge. Durch die Estragon-Dijon-Mayo und den Krautsalat entwickelt sich das Ganze zu einer höchst süffigen Angelegenheit. Doch Obacht, es ist beinahe unmöglich, dieses Konstrukt – ohne Besteck – möglichst elegant zu konsumieren. Fürs erste Date also eher weniger geeignet. 😏

Pommes

Geraspelter Parmesan auf einem Meer aus French Fries und Sweet Potato Fries

Als ich mich nicht so recht zwischen Normalo-Pommes und Süßkartoffelfritten entscheiden kann, wird mir vom Koch direkt eine gemischte Portion angeboten – Respekt! Äußerst löblich. Normalerweise ernte ich für solch ein Anliegen einen leicht genervten Blick oder den Satz „Da muss ich mal eben in der Küche nachfragen“. Das ist also definitiv der Vorteil einer offenen Küche! Und: Es hat sich gelohnt. Die Pommes – beide Varianten – sind herrlich. Auf den Punkt außen knusprig, schmackhaft gewürzt und innen herrlich kartoffelig. Da vergesse ich schnell, dass ich French Fries von ihrer Form her eigentlich gar nicht so toll finde. Der Parmesan schmilzt leicht auf den warmen Kartoffelstäbchen und ich bin im 7. Frittenhimmel.

Soßen

Für meinen Geschmack hätte die Estragon-Dijon-Mayo etwas gewürzter sein können. Sie ist zwar recht fein abgeschmeckt aber da geht noch was. Gemäß der kleinen Karte stehen für die Pommes hausgemachter Ketchup oder eine Zitronenremoulade zur Auswahl. Zweitere ist fantastisch! Die Remoulade enthält mitunter kleine Gurkenstücke, die zusammen mit einem Hauch Zitrone frisch daherkommen.

Nice to have

Dank der offenen Küche, die direkt in den Kassenbereich übergeht, sind die  Angestellten jederzeit für einen Plausch zu haben. Dabei erfährt man eine Menge über den im März 2016 eröffneten Laden sowie das Konzept – und fühlt sich gleich umso wohler.

Fazit

Sie wissen, was sie tun! Wer Pulled Beef, Pork oder Chicken mag, wird diesen Laden lieben. Und auch diejenigen, die ihren Burgerkonsum ein wenig variieren wollen, werden auf ihre Kosten kommen. Mit ein paar Tagen Abstand lässt sich resümieren: Vor allem die Fritten haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Immer gern wieder.

★ ★ ★ ★ ☆
Das Pulled-Meat-Erlebnis, bei dem man nur minimal nachwürzen muss.

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Die French Fries und Sweet Potato Fries werden nicht nur mit geraspeltem Parmesan, sondern auch mit einer Portion Pulled Beef (+4,50 €), Pork oder Chicken (+ 3,50 €) angeboten. Das erinnert mich an meinen Besuch bei Baseburger … Auch ein prima Hauptgericht!

Burgerlich (HH)

Manchmal ist es spannend zu erfahren, wer eigentlich hinter so einem Burgerladen steckt – vor allem im Fall vom Burgerlich. Das Konzept des sich seit Ende 2014 in der Hamburg Innenstadt befindlichen Restaurants stammt von Sven Freystatzky (ehemaliger Geschäftsführer von Jim Block) und Gregor Gerlach (Geschäftsführer der Stuttgarter [m]eatery und Mitbegründer von Vapiano). Mit ihrem Geschäftsmodell ‚Burgerlich‘ setzen die beiden erfahrenen Gastronomen auf den Slogan „no ordinary Hamburger“. Doch da stellt sich die Frage: Ist das so?

Ambiente

Was in Ländern wie China und Japan längst zur Normalität gehört, macht in unseren Gefilden neugierig: Im Burgerlich haben herkömmliche Speisekarten ausgedient. Stattdessen sind in die massiven Holztische ausfahrbare Tablets eingelassen, die als elektronische Menükarten dienen – in Wort und Bild. Doch damit nicht genug, auch die Bestellung erfolgt über das Tablet. Dabei stehen stets mehrere Auswahlsmöglichkeiten (Bun, Gargrad, Beilagen etc.) zur Verfügung. Eine weitere Besonderheit stellt die Größe der Lokalität dar: Mehr als 170 Quadratmeter und Tische, an denen bis zu 12 Personen Platz finden – das ist in der Burgerszene alles andere als selbstverständlich. So rückt der Genuss von Burgern in einer größeren Gruppe in greifbare Nähe. Lederne Sitzmöbel und kupferne Lampen zaubern jedoch wiederum den allseits gewohnten Industrie-Chic. Am Eingang erhält man eine Chip-Karte, auf die das Essen gebucht wird. Bezahlt wird am Ausgang – das Vapiano lässt grüßen.

Da mir zuvor noch nie einen Burger mit Sauerkraut-Topping begegnet ist, fällt mir die Wahl leicht: Crout Burger (6,50 €).

Vollkornbun, Beef-Patty, Lollo Bionda, Sauerkraut (!), hausgemachte Burgerlich-Soße und Mayonnaise machen den Krautburger zu einem (Burger-)Exoten

Bun

Die Qual der Wahl: Brioche, Sesam oder Vollkorn. Die Buns werden täglich von einer Bäckerei als rohe Teiglinge geliefert und vor Ort frisch gebacken. Ob man das schmeckt? Nun, die Vollkorn-Variante erscheint mir – abgesehen von den schmucken Körnern – wenig mit echtem Vollkorn zu tun zu haben. Aber gut, ich erwarte ja auch kein Pumpernickel-Bun. Man schmeckt, dass die Brötchen frisch gebacken sind!

Patty

Das Beef stammt aus regionalem Anbau, ehm, aus regionaler Züchtung. Die Patties werden auf einem 360 Grad heißen Rost – medium oder well done – gegrillt. Auf dem Tablet könnte ich die Zwiebeln und Tomaten abwählen, das tue ich jedoch nicht. Wer macht denn sowas?! Stattdessen ordere ich gebratene Champignons dazu, an denen nicht gespart wird. Das Fleisch droht neben dem aromatischen Sauerkraut und den Champignons ein wenig unterzugehen. Es schmeckt solide, aber nicht weltbewegend. Das Sauerkraut macht sich jedoch äußerst gut auf dem Burger.

Pommes

Im Angebot sind normale Fritten, Allumettes (Streichholzpommes, das Big M lässt grüßen) und Chips – alles aus frischen Kartoffeln zubereitet. Wie es sich gehört, entscheide ich mich für die klassische Variante. Die Portion ist groß, kross und warm. So gehen Pommes!

Nice to have

Die Auswahl und Bestellung über das Tablet macht den Besuch eine Spur gemütlicher als erwartet. Schließlich wird man hier nicht, wie in so manch anderen Burgerlädchen, schnell übersehen oder muss immer und immer wieder um Bedenkzeit bitten. Das hat etwas.

Fazit

Die virtuelle Speisekarte hält bereits ein Foto des favourisierten Burgers bereit. Prinzipiell stehe ich solchen Menükarten eher mit gemischten Gefühlen gegenüber. Und auch hier wirkt das Bild leicht irreführend, da sich auf dem duftenden Burger vor meiner Nase das Sauerkraut auf dem Patty und nicht darunter befindet … Nein, Spaß beiseite: Vom Bun bis zur Soße ist alles selbstgemacht. Somit empfinde ich das Preis-Leistungsverhältnis als wirklich fair! Zudem ich es unheimlich angenehm, mal in einem geräumigen Burgerlokal zu dinieren. Dennoch würde ich das Burgerlich nicht als Highclass-Burgermanufaktur betiteln, sondern eher als einen Zwischenstop für einen guten und soliden Burger – inkl. viel Platz für die Einkaufstüten.

★ ★ ★ ☆ ☆
Solide und frisch aber keine Sterneküche

[m]eatery (HH)

In die [m]eatery des 5*-Hotels Side bin ich eher zufällig hineingestolpert. Es wird als bestes Steakrestaurant der Stadt beworben. Daneben runden Burger-, Tatar- und Fischgerichte die Karte ab. Die gesonderte Burgerkarte gibt es jedoch erst auf Nachfrage.

Ambiente

Der rote Faden des Designhotels zieht sich auch durch die [m]eatery, das Restaurant und Bar zugleich ist. Die quietschgrüne Einrichtung mag als besonders stylisch gelten, mein Fall ist es jedoch nicht. Mir ist das Ambiente zu aufgesetzt, da ist mir doch der 08/15-Industriechic oder eine Lokalität mit verblasstem Glanz deutlich lieber.

Die Karte hält vier Beef-, einen Lachs- sowie einen Tatarburger bereit. Und ja, ein vegetarische Variante, aber die lasse ich an dieser Stelle grazil unter den Tisch fallen. Mich lacht der Avocado Beef Burger (17 € inkl. Pommes und eine Soße) an.
Der 150g-Beef-Burger wird begleitet von Cheddar, Avocado, Chili-Schnittlauch-Aioli, Brunnenkresse und Tomate

Bun

Es stehen drei Buns zur Auswahl: Brioche, Sesam-Weizen oder Vollkorn. Ich entscheide mich für die Sesam-Weizen-Variante. Das Bun ist selbstgebacken – das sieht und schmeckt man. Groß und schmackhaft kommt es daher.

Patty

Den Patties liegt eine spezielle Fleischmischung und ein hauseigenes Verfahren des Fleischwolfens zugrunde. Gebraten wird es in einem 800 Grad heißen Spezialgrill aus den USA. Nun, und was soll ich sagen? Das Fleisch ist – auf Wunsch (sollte eigentlich selbstverständlich sein!) – medium gebraten, saftig und aromatisch aber so richtig umhauen tut es mich nicht. Die Kombination mit Avocado, Chili-Schnittlauch-Aioli, Brunnenkresse und Tomate kommt jedoch frisch daher.

Pommes

Die Wahl zwischen den hausgemachten „Pommes Frites“ oder den „Pommes Allumettes“ (sog. Streichholzkartoffeln, die mich immer an das Big M erinnern) fiel mir leicht. Die Normalo-Pommes werden in einer schicken Spitztüte serviert, dazu gibt es Wasabi-Mayo. Man schmeckt, dass die Pommes keinesfalls aus dem TK-Regal stammen, sie sind knusprig und goldbraun. Gut gemacht!

Soßen

Die Chili-Schnittlauch-Aioli auf dem Burger hat einen feinen Geschmack, auch wenn die Aioli das Chili und den Schnittlauch deutlich übertüncht. Zu den Pommes wird automatisch eine Wasabi-Mayo serviert. Sie schmeckt mild und passt gut zu den Pommes.

Nice to have

Wie es in dem Restaurant eines 5*-Hotels sein sollte, ist die Bedienung überaus aufmerksam. Davon könnten sich so einige hipstareske Burgermanufakturen eine Scheibe abschneiden.

Fazit

Ganz ehrlich? Für weniger Geld habe ich schon deutlich bessere Burger gegessen. Mir ist klar, dass der Burger in solch einer Location nicht schlappe 7,50 € kosten kann bzw. sollte aber bei einem Preis von 17 € (inkl. Pommes) erwarte ich eine wahre Geschmacksexplosion – die jedoch ausblieb. Klar, der Avocado-Beef-Burger war eine sichere Nummer aber überrascht hat er keinesfalls.

★ ★ ★ ☆ ☆
Da ist noch Luft nach oben!

Edelsatt (HH)

Burger mit Wildfleisch? Diese Variante lief mir das erste Mal beim Food Truck Festival auf St. Pauli über den Weg. Nachdem ich meinen ersten Gedanken an Bambi ein wenig zur Seite geschoben habe, hat mich meine Neugierde gepackt. So kam es, dass ich wenig später das Edelsatt in Winterhude besuchte. Im Sortiment sind Burger und Currywurst vom Reh-, Rot-, Schwarz- und Dammwild aus heimischen Revieren. So ist es das erste Restaurant in Deutschland, das ausschließlich Burger mit Wildfleisch serviert. Das Sinn dahinter: Die breite Masse für Wild zu begeistern und dabei saisonal unabhängig zu sein. Aber schmeckt das auch?

Ambiente

Das Edelsatt am Mühlenkamp ist klein aber fein. Die Einrichtung, in dunklem Holz gehalten, wirkt recht edel. Die großen Menükarten über dem Tresen lockern das Ambiente jedoch auf.

Wild und Preiselbeeren? Perfekt. Meine Wahl fällt auf den „Edelsatt Burger“ (9,00 €).

Yummie: Wildfleisch-Patty, Bio-Burger-Bun, karamellisiertes Zwiebelrelish, Preiselbeeren, Edelsatt-Gewürz-Mayo, Chesterkäse und Salat

Bun

Das Bun erinnert – glücklicherweise – nicht im Entferntesten an 08/15-Buns mit Sesam. Es kommt tatsächlicher eher als eine Art helles Brötchen daher, das mit Mehl bestäubt wurde. Der große Auftritt gebührt also dem Patty samt feinsten Toppings.

Patty

Die Gründer von Edelsatt sind selbst Jäger und wissen, wovon sie sprechen – und womit sie arbeiten. Sehr löblich finde ich folgende Devise: „Weg von der Massentierhaltung und hin zur natürlichen Ressource Wildfleisch, aus heimischen Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen Deutschland.“ Wie man es von Wildfleisch kennt, gestaltet sich auch der Geschmack des Patties recht intensiv. Die Konsistenz ist, im Gegenteil zur Beef-Variante, deutlich fester und zunächst ein wenig ungewohnt. Doch das Zusammenspiel mit karamellisierten Zwiebelrelish, Preiselbeeren, Gewürz-Mayo und Chesterkäse gelingt ganz fabelhaft.

Pommes

Vorsichtig, heiß und fettig!

Die „Pommes-Dippers“ mit hauseigenem Edelsatt-Gewürz bieten ein wenig Abwechslung im Frittenwald. Sie kommen heiß und knusprig auf den Tisch. (Nicht nur) Ein wahrer Augenschmaus.

Soßen

Die Gesamtkomposition

Bei der Trüffel-Mayo wird definitiv nicht an den kostpieligen Trüffeln gespart. Mir ist jedoch der trüffelige Geschmack etwas zu extrem, aber wer diese Pilze mag, sollte die Mayo unbedingt ausprobieren! Der Ketchup hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, also kommt er solide aber nicht weltbewegend daher.

Nice to have

Für + 3,90 € gibt es zum Burger entweder die Pommes-Dippers oder einen kleinen Salat sowie ein Getränk (fritz oder Wasser) dazu. Wenn man die Einzelpreise betrachtet, ist das definitiv ein guter Deal.

Fazit

Für Wildfans ist dieser Burger ein absolutes Muss! Ebenso wie für experimentierfreudige Burgerfans. Und auch allen anderen würde ich einen Besuch und den Genuss eines Edel-Burgers empfehlen. Da der Wildburger von Natur aus geschmacklich heraussticht, wäre das für mich allerdings keine Variante, die ich quasi „jeden Tag“ essen müsste.  Edelsatt ist übrigens eine tolle Variante für all diejenigen, die gegen Massentierhaltung & Co. ein Zeichen setzen wollen.

★ ★ ★ ★ ☆
Esst mehr Wild!

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Alsbald eröffnet Edelsatt an der Karolinenstraße (Karoviertel) eine Filiale. Vielleicht gibt es zur Eröffnung ja den ein oder anderen Spezialburger?!

Bobby’s Burger (HH)

Als ich vergangenes Wochenende mit meinem Besuch so einige Kilometer kreuz und quer durch Hamburg gelaufen und -fahren bin, ist mir aufgefallen, dass es mittlerweile tatsächlich beinahe an jeder Ecke, in jedem Stadtteil, von Burgerläden nur so wimmelt. Lange habe ich solche Kommentare mit Antworten wie „Ach, das kommt dir doch nur so vor!“ abgetan. Es scheint jedoch wirklich so zu sein. Das Gute daran ist jedoch: Konkurrenz belebt das Geschäft! Und: Survival of the fittest. Sogar Darwin hat diesen heiß umkämpften Markt bereits vorausgesehen. Und als ultimativer Burgerjunkie will man sich ja schließlich nicht mit dem Mittelmaß abgeben, oder? Werfen wir einen Blick auf Bobby’s Burger in Winterhude.

Ambiente

Nun, was soll ich sagen? Industrie-Chic par excellence: Vintage-Weinkisten an den Wänden, kunstvolle Glühbirnen über den Tischen, die vollgeschriebene Tafel an der Bar und ein bläuliches-lila Licht tauchen Bobby’s Burger in den großen Topf der Burgerlädchen, die sich ganz dem angesagten Hipstertrend verschrieben haben. Klingt böse? Soll es aber gar nicht sein. Gemütlich ist es ja trotzdem.

Da ich eine große Käse-Liebhaberin bin und meine Chance wittere, fällt meine Wahl auf Bobby’s Gorgonzola Burger (7,90 €) – in der 150g-Variante.

Der Gorgonzola Burger lockt mit Gorgonzola (überraschend!), Babyspinat, gerösteten Pinienkernen, Tomate und Bobby’s hausgemachter Parmesansoße

Bun

Die Qual der Wahl: Darf es Sesam, Brioche oder Floured Bap (ein weiches, bemehltes Weizenbrötchen) sein? Jeder Burger lässt sich individuell mit einem dieser Buns kombinieren. Meine Wahl fällt auf die Sesam-Variante, weil ich sehen will, was das Standardbrötchen so drauf hat. Und was soll sich sagen? Es kommt fluffig und lecker daher.

Patty

Nun, ob es sich bei frisch zubereitetem Simmentaler Jungbullen-Fleisch nun um echtes Qualitätsfleisch oder eher um ein Produkt aus der billigeren Abteilung handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Dazu fehlt mir schlichtweg das (Fach-)Wissen. Was ich jedoch sicher sagen kann: Das Fleisch ist saftig und schmeckt in Kombination mit der Parmesansoße wirklich gut. Die meisten Beef-Burger werden hier wahlweise mit 150g- oder 300g-Patties (10,40 € für das Gorgonzola-Exemplar) angeboten. Leider dauert es eine Weile (als ich etwa die Hälfte des Burgers verschlungen habe), bis ich auf den Gorgonzola und vor allem auf die gerösteten Pinienkerne stoße. (Ist auf dem Foto auch ganz gut nachzuvollziehen.) Ich weiß ja, dass die Ernte in Italien und Asien mühsam von Hand erledigt wird und ganz nebenbei nicht ganz ungefährlich ist. Das macht Pinienkerne zu einem wirklich kostspieligen Endprodukt. Aber: Wenn man einen Burger mit ebendiesen köstlichen Samen anbietet, möchte ich bitte auch mehr als drei Exemplare finden. Bei dem Gedanken an die Gesamtkombi läuft mir allerdings immer noch das Wasser im Mund zusammen. Dennoch wäre es schön, wenn das Ganze etwas liebevoller (und ggf. reichhaltiger) zubereitet wird.

Pommes

Die Süßkartoffelfritten sind solide! Leider gibt es ein kleines Missverständnis, weil wir uns zu zweit eine Portion teilen wollen, aber zwei Teller mit Pommes bekommen. Nachdem das Ganze aufgeklärt ist, müssen wir aber zum Schluss nur eine bezahlen. So geht toller Service! Danke dafür.

Soßen

Die Honig-Senf-Mayo und die Parmesancreme sind optisch kaum auseinander zuhalten aber harmonieren wirklich gut mit den Süßkartoffelpommes.

Nice to have

Die Lösung für alle entscheidungsunfreudigen Menschen unter uns: Das Konzept von Bobby’s Burger ist schnell erklärt und danach werden dem Besucher die drei zur freien Auswahl stehenden Buns auf einem Teller präsentiert. Hautnah – und zum Anfassen. Wobei ich stark hoffe, dass das nicht jeder tut und die Dinger regelmäßig ausgetauscht werden …

Fazit

Seit das Dulf’s vor einigen Monaten seinen äußerst beliebten Standort in der Himmelstraße – nur wenige hundert Meter entfernt – aufgegeben hat, scheint Bobby’s Burger seit Herbst 2016 eine elementare Lücke in der Burger-Kette zu schließen. Und das gelingt in der Hudtwalkerstraße gar nicht so schlecht. Zwar wird der Laden, schon allein aus atmosphärischen Gründen (kühle Einrichtung, die Karte wirkt etwas improvisiert etc.), nicht mein zweites Wohnzimmer werden, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Zu meinem Bedauern gibt es allerdings keine regionalen fritz-Produkte, sondern lediglich die Coca-Cola-Palette.

★ ★ ★ ☆ ☆
Wer in Winterhude wohnt oder dort zufällig mal vorbei kommt:
Kann man gut machen!

The Burger Lab (HH)

The Burger Lab gilt zwar schon lange nicht mehr als Geheimtipp, ist aber dennoch derart abseits gelegen, dass man dort vermutlich nie zufällig vorbeikommen würde. Das unauffällige Eckrestaurant eröffnete im Frühjahr 2014 am Rande des Hamburger Schanzenviertels. Ein Blick in mein Fotoarchiv verrät mir, dass ich dem Burger Lab tatsächlich vor ziemlich genau zwei Jahren meinen ersten Besuch abstattete. Doch warum verging seitdem so viel Zeit, bis es mich wieder zu dieser Burgerquelle treibt?

Ambiente

Hier gibt es Burger im „New York Style“ – das spiegelt sich auch in der Inneneinrichtung wider. Dank Industrie-Chic trifft das Burger Lab zwar den Nerv der Zeit, hebt sich dadurch aber nicht sonderlich von anderen Läden ab. Ganz im Gegensatz zu dem Umstand, dass man seine Bestellung am Tresen aufgibt! Ich war anfangs etwas hin- und hergerissen, da dies eher an einen Mensabesuch, anstatt an ein Erlebnis in einem Burgerrestaurant erinnert. Doch wenn ich tief in meinem Erfahrungsschatz krame, finde ich die Idee sogar verdammt gut. Es erspart einem bei sehr, sehr großem Hungergefühl das ungeduldige Warten auf die Bedienung und die weniger Entscheidungsfreudigen unter uns müssen nicht immer wieder eine „kurze“ Bedenkzeit einfordern, wenn der Notizblock bereits gezückt ist. Stattdessen blättert man in Ruhe durch die in einem Klemmbrett organisierte Menükarte, wundert sich ein wenig über die unheimlich sauberen beigen Seiten und ordert das gewünschte Essen fix am Tresen. Abholen oder später gar abräumen muss man das Essen natürlich nicht selbst. Und so vergeht das Pseudo-Mensaflair auch ebenso schnell wie es aufgekommen ist.

Ich ordere also das Objekt meiner Begierde: Den Pulled Pork Burger (7,90 €).

Pulled Pork hoch zwei mit BBQ-Pulled-Pork, Coleslaw, Spreewaldgurken, Kartoffelchips

Bun

Entscheidungsphlegmatikern (wie mir) wird es im Burger Lab ganz einfach gemacht: Es gibt lediglich eine Bun-Sorte. Punkt. Die Brötchen werden nach hauseigenem Rezept täglich frisch bei der Hamburger Traditionsbäckerei Pritsch gebacken. Es kommt recht formstabil und geschmacksneutral daher.

Patty bzw. Pulled Pork

Ich würde glatt soweit gehen und Pulled Pork als Hipster unter den Zubereitungsarten für Fleisch bezeichnen. Ganz in Manier des Slow Foods wird Pulled Pork in Form von Schweinenacken oder -schulter höchst aufwendig zubereitet und muss mindestens 10 Stunden (im Smoker oder im Backofen) garen. Das Ergebnis kann sich jedoch sowas von sehen lassen: Das Fleisch, so auch bei meinem Besuch im Burger Lab, ist herrlich zart und zerfällt förmlich auf der Zunge. Und das gute Gewissen schwingt mit, denn das Fleisch stammt aus einem Familienbetrieb aus Schleswig-Holstein. Nur das „BBQ“ in „BBQ-Pulled-Pork“ suche ich vergeblich. Halb so schlimm, denke ich mir. Stattdessen harmoniert der Coleslaw herrlich mit dem saftigen Pulled Pork.

Die Burgermeisterin bittet zu Tisch: das Gesamtensemble im Burger Lab

Pommes

Die „Skin on Fries“ kommen, wie auch die Süßkartoffel-Fritten, mit geräuchertem Paprikasalz daher. Beide Sorten sind solide, stellen aber keinerlei Überraschung dar.

Soßen

Ketchupliebhaber werden erfreut sein, dass sich bereits auf jedem Tisch ein Spender in Form einer Tomate befindet. Meine Wahl fällt heute jedoch eher auf die hausgemachte Burger-Lab-Soße und Mayo, die ebenfalls selfmade ist. Auf Nachfrage erhalte ich die Info, dass die Haussoße vor allem aus Mayo und einem Hauch Senf besteht. Ganz entfernt erinnert sie mich an die Grilly-Haussoße. Aber eben auch nur ein wenig, denn die Burger-Lab-Variante ist recht mild, ja, man schmeckt sie kaum. Dahingegen bekommt die Mayo 100 Punkte auf der Pommesschranken-Skala.  Sie ist etwas dickflüssig aber äußerst delikat!

Nice to have

Ein Paradies für saubere Hände! Der Tresen beherbergt nicht nur Besteck und Servietten, sondern auch eine beinahe unerschöpfliche Quelle von Erfrischungstüchern. Traumhaft! Da fehlen mir glatt jegliche weitere Worte …

Fazit

Um ganz ehrlich zu sein: Beim Schreiben dieser Zeilen über meinen gestrigen Besuch bekomme ich glatt schon wieder Appetit auf den Pulled-Pork-Burger. Ich würde glatt so weit gehen und diese Variante als Spezialität des Hauses bezeichnen. Die Beilagen (Pommes + Soßen) sind hingegegen so lala. Aber dafür gibt es Erfrischungstücher en masse. Man kann eben nicht alles haben. 😉 Doch eines muss man The Burger Lab definitiv lassen: Organisiert sind sie. Der Bestellungsablauf wirkt eingespielt und auch bei einer Gruppe von 15 Personen (!) ist dort niemand aus der Ruhe zu bringen. Chapeau. Einer der wenigen Läden, bei dem das Timing und die Quali auch bei einem ‚Massenansturm‘ passt.

★ ★ ★ ☆ ☆
Lohnt sich aber noch nicht perfekt.

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Das Burger Lab macht seinem Namen mit dem wöchentlich wechselnden Lunch (12 bis 15 Uhr) alle Ehre. Ganz schön experimentierfreudig: Für 6 € bzw. 9,50 € (inkl. Beilage und Softgetränk) kommt man z. B. in den Genuss eines Beef-Burgers mit Lauch in Rahm und Kräutermayo oder eines Pulled-Chicken-Burgers mit Koriander-Limonen-Mayo. Ausprobieren!

PS: Im Sommer laden die Außenplätze zum entspannten Verweilen ein.