Burgeröse Sommerpause

Die Burgermeisterin meldet sich zur Sommerpause ab! Im September wird es hier etwas ruhiger werden, doch die Vorfreude steigt: Auch am anderen Ende der Welt ist die Burgermeisterin stets für Euch auf Burger-Mission unterwegs. Also, seid gespannt & auf ganz bald! ❤ 🍔

Burgermeister (B)

Nein, das ist nicht die Toilettenschlange inmitten des Berliner Stadtdschungels, sondern vielmehr einer der angesagtesten Burgerläden der Hauptstadt – beheimatet in einem alten, öffentlichen WC. Daran erinnern jedoch lediglich nostalgisch anmutende Schilder und die Lage – direkt unter der Brücke an der U-Bahn Station Schlesisches Tor. Es wurde allerhöchste Zeit, dass die Burgermeisterin dem Burgermeister einen Besuch abstattet!

Ambiente

Reger Andrang am ehemaligen Toilettenhäuschen, in dem seit 2006 feinste Burger gebraten werden
Ganz schön übersichtlich: pro Bestellung wird eine Nummer zugeteilt

Ich wollte es ja erst nicht so ganz glauben, als Freunde von mir meinten, dass man sich beim Burgermeister nicht so lange aufhält. Und sich erst recht nicht großartig verabredet. Jetzt weiß ich es: An einer Imbissbude verweilt man nicht unbedingt, hier ist vielmehr ein Burgerquickie angesagt. Schnell bildet sich eine Schlange – das scheinen auch andere Menschen zu wissen. Um nicht den Überblick zu verlieren, werden pro Bestellung Nummern ausgeteilt, die in 2er-Schritten auf einer großen Tafel erscheinen. Ganz schön klug!

Die Karte ist, erfrischenderweise, recht übersichtlich. So sollte es bei einem kleinen aber feinen Imbiss sein. Meine Wahl fiel auf einen Klassiker: der Cheeseburger (4,80 €) und Cheese Fries (3,10 €).

Der Cheeseburger kommt mit einem Brioche-Bun, Beef-Patty, Käse, Tomate, Gewürzgurke, roten Zwiebeln und einer Ketchup-Mayo-Kombi daher
Ich bin ganz hin & weg: Der Burger wird in einem kleinen Pappbehälter serviert – total praktisch!

Bun

Nach eigener Aussage des Burgermeisters stammt das süßliche Brioche-Bun aus eigener Herstellung und wird täglich frisch gebacken. Und ich kann bestätigen: Mit einem normalen 08/15-Bun hat dieses Brötchen nichts zu tun. Es schmeckt herrlich fluffig und leicht süß. Es dominiert also keinesfalls den Burger. So sollte ein Bun sein, yummie!

Patty

Querschnitt des Objekts der Begierde

Das Rindfleisch wird in der hauseigenen Fleischerei gewolft. Und es hält dem ultimativen Geschmackstest stand: saftig und aromatisch. Es hätte sogar noch ein wenig mehr gewürzt sein können. Das Patty ist recht flach und deshalb bereits gut durchgebraten, aber das tut der Konsistenz keinen Abbruch. Die very special Burgermeister-Soße suche ich vergeblich, aber eine süffige Kombination aus Ketchup und Mayo macht mich auch glücklich.

Pommes

Käseliebe 💯

Die Pommes kommen heiß & knusprig auf den Tisch! Sie sind herrlich dick geschnitten, doch geschmacklich überzeugen die Fritten mich nicht ganz. Die Würzung scheint mir recht langweilig zu sein, doch die extrem käsige Käsesoße hilft schnell darüber hinweg. Sie erinnert mich sofort an meinen letzten Kinobesuch mit Tacos & Käsemassaker. Genauso schmeckt sie. Perfekt wären dazu ein paar frische Kräuter, um das Ganze ein wenig abwechslungsreicher und peppiger zu gestalten. Aber Imbiss ist und bleibt Imbiss, und das ist gut so.

Soßen

Im 7. Himmel: eine Ketchup- & Mayoflatrate!
Käse-Schranke-Fritten

Die Soßenauswahl ist recht eingeschränkt aber das ist auch vollkommen in Ordnung, denn seit langem erblicke ich endlich wieder einen meiner Lieblingspluspunkte: eine Ketchup- & Mayobar. Aus großen Bottichen lassen sich die beiden Soßen in kleine Pappbecherchen (wahlweise mit Deckel) abfüllen. So viel, wie das Herz begeht. Oder aber in die Handtasche passt. Alles ist möglich. 😉

Nice to have

Neben der Ketchup- & Mayoflat bin ich ganz verliebt in eine weiteres Detail: Es gibt Feuchttücher für die Hände! 😍 Eine absolute Rarität in deutschen Burgerläden. Davon können sich andere durchaus eine Scheibe abschneiden …

Feuchttücher for free: juhuuu!

Fazit

Für den kleinen-großen Hunger zwischendurch ist der Burgermeister die perfekte Anlaufstelle! Hier harmonieren Preis und Leistung par excellence. Für wenig Geld gibt es einen leckeren & ehrlichen Burger. Ohne Schnicknack und überteuertes Chi-Chi. Lediglich die Käsefritten erscheinen mir recht überbewertet zu sein und erinnern mich vielmehr an einen meiner letzten Kinobesuche.

★ ★ ★ ★ ☆
Herrlich ehrlich: Beim Burgermeister im historisch-urbanen Ambiente macht man definitiv nichts verkehrt!

Geheimtipp der Burgermeisterin: Lasst euch nicht von allzu langen Schlangen abschrecken. Der Service und auch die Burgerbrater arbeiten schnell und präzise.

Chilees Korean Burgers (B)

Übung & Selbstbeherrschung. Dies sind elementare Soft-Skills, die mir dabei halfen, auf dem Beer & Burger Festival in Hamburg-Altona tatsächlich noch einen zweiten Burger zu verdrücken. Nur für Euch – völlig selbstlos! 🙊 😜 Als ich am großzügigen Stand von Chilees Korean Burgers vorbeischlenderte und einen Blick auf die bunte Karte warf, fiel bei mir der Groschen. Genau dieser Stand ist mir vor gut einem halben Jahr in den Hamburger Messehallen begegnet. Damals habe ich einen Ramen-Burger mit frittierten Nudelnestern – anstatt Bun – gegessen. Doch ich hatte völlig versäumt zu fragen, wer denn eigentlich hinter dieser exotischen Variante steckt. Jetzt ging mir ein Licht auf. Aber sowas von. An diesem Tag sprach mich der Wasabi-Burger mit schwarzen Bun an … Also seid gespannt auf einen Doppeltest!

Ambiente

Sagen wir es so: Der Fokus liegt bei Chilees Korean Burgers eindeutig auf den Burgern und nicht auf irgendwelcher Chi-Chi-Deko.

Den musste ich einfach probieren: Der Black-Wasabi-Burger (7,00 €).

Mit seinem schwarzen Bun, Beef-Patty, Wasabimayo, Salat, rote Zwiebeln, Röstzwiebeln und koreanischer Burgersoße hebt sich der Black-Wasabi-Burger eindeutig von der Masse ab

Throwback: Ging mir einfach nicht aus dem Kopf – der Ramen-Burger (8,00 €)

Öfter mal etwas Neues: Die frittierten Nudelnester ersetzen das Bun. Dazu gibt es ein Beef-Patty, Weißkohl-Kimchi, Rucola, Mayo und Ketchup

Bun

Black Beauty

Bei dem schwarz eingefärbten Bun verhält es sich ein wenig wie mit grünen Getränken – irgendetwas scheint zu flüstern: Das sieht zwar fancy aus aber kann doch nicht schmecken! Diese Stimme sollte Unrecht behalten. Das Bun hat zwar nicht allzu viel Eigengeschmack aber ist dennoch fluffig und luftig.

Bun bzw. frittierte Nudelnester

Bäm! (Frittierte) Nudeln & Hack? Perfekt. Für ein (erstes) Date aber nicht unbedingt geeignet: Wer davon überzeugt ist, dass sich Burger mit den Händen schwierig essen lassen (Hallo?!), der wird an dieser Variante vermutlich verzweifeln. Die knusprigen Nudelnester zerbrechen bei den ersten Bissen. Doch sie schmecken einfach zu gut. Da darf das Ganze hinterher auch gern mal, dank Ketchup, wie ein Unfall aussehen.

Patty

Kulinarischer Querschnitt

Das Patty ist erstaunlich platt und rund. Das ruft sofort Erinnerungen an die TK-Variante hervor. Leider ist es zudem definitiv sowas von gut durchgebraten. Glücklicherweise ist es trotzdem saftig und aromatisch.

Medium scheint bei Chilees Korean Burger ein Fremdwort zu sein. Auch der von mir Ende 2016 verköstigte Ramen-Burger kam mit einem Patty daher, das definitiv keinen rosa Schimmer mehr hatte. Schade eigentlich. Dennoch schmeckte das Fleisch saftig und wohlgewürzt.

Soßen

Nachdem ich mich 3x erkundigt habe, ob die Wasabi-Mayo nicht wirklich, wirklich (zu) scharf sei, wurde ich nicht enttäuscht. Die kräftigte Wasabi-Note wurde durch die Mayo ordentlich gedämpft. Für meinen Geschmack: ganz wunderbar. Von der Koreanischen Burgersoße fehlte jedoch jede Spur – auch geschmacklich. Entweder hatte sie augenblicklich mit der Wasabi-Mayo vermischt oder sie war gar nicht auf dem Burger?! Zudem wirkte die Komposition ein wenig lieblos zusammengebastelt. Aber nun gut, auf einem Streetfood-Festival muss es eben meistens schnell gehen.

Das Weißkohl-Kimchi auf dem Ramen-Burger überzeugte mich viel mehr und harmonierte SO gut mit den Nudelnestern. Kimchi ist typisch für die koreanische Küche. Darunter versteht man die Zubereitung von Gemüse (vor allem Kohl) durch Fermentierung, meist durch Milchsäure. Es wird hierzulande gar als Superfood gehandelt. Dadurch schmeckt es leicht säuerlich – aber dennoch frisch. Ketchup und Mayo zauberten den üblichen Burgergeschmack herbei.

Fazit

Das Konzept vpn Chilees Korean Burgers gefällt mir. Anstatt auf 08/15-Burger zu setzen, werden neue Experimente – mit koreanischer Note – gewagt. Vor allem der Ramen-Burger hat es mir angetan, den ich zu gern weiterempfehlen möchte. Der Black-Wasabi-Burger ist zwar optisch ein Highlight aber geschmacklich überzeugt er nicht vollends.

★ ★ ★ ★ ☆
Wäre das Patty Medium gebraten, würde der Ramen-Burger ganz weit oben mitspielen.

★ ★ ★ ☆ ☆
Der Black-Wasabi-Burger sieht toll aus, aber ist im Großen und Ganzen doch nicht so außergewöhnlich, wie gedacht.

Barker Bites Streetfood (B)

Burger, soweit das Auge reicht!

Mitte Juli fand das Beer & Burger Festival in Hamburg-Altona statt. Ein bunter Mix aus unterschiedlichsten kleinen und auch größeren Ständen, die fast alle Burger anboten, stellte meine Entscheidungsängste auf eine wahrlich harte Probe. 08/15-Burgervarianten gab es en masse, doch ein Stand mit dem selbstgebastelten Holzschild mit der Aufschrift „Cod damn! Fish Burger“ zog mich magisch an. Ich mag Fisch, solange er nicht zu sehr nach Fisch schmeckt und Burger ja sowieso. Und ich fragte mich: Wird das meine neue Lieblingskombi?

Ambiente

Selfmade-Charme

Die Bedienung war very british. Wie sich herausstellte, haben sie ihre Homebase in Berlin aber touren unter dem Namen „Barker Bites Streetfood“ quer durch Deutschland und Österreich, um die Menschen mit„the taste of Great British Streetfood“ zu beglücken.

Auch die Fish & Chips sahen herrlich, doch meine Wahl fiel ’türlich auf den Cod-Damn!-Burger (8,00 €).

Der Cod-Damn!-Burger macht seinem Namen alle Ehre und kommt mit einem Kabeljau im Teigmantel, rustikalen Bun, Zitronen-Limetten-Aioli, Salat, roten Zwiebelringen und frittierten Tintenfischringen als Topping daher

Bun

Das Bun im Vollkorn-Look ist leider recht enttäuschend, da es trocken ist und mich ein wenig an günstiges Pseudo-Körner-Brötchen aus dem Supermarkt erinnert.

Patty bzw. Kabeljau im Teigmantel

Der Teigmantel hat zwar nicht allzu viel Eigengeschmack, kommt dafür aber umso knuspriger und frischer daher. Einige Gräten beweisen, dass es sich bei dem Kabeljau um 100 % Fischfilet handelt. Die kamen etwas unverhofft … Mit Fischstäbchen wäre das nicht passiert. :-p Es fällt zudem auf, dass die Fischportionen stark variieren. Auch das lässt darauf schließen, dass es sich um „echten“ Fisch handelt. Nicht zuletzt überzeugt mich auch der saftige Geschmack davon. Das Topping bestand aus zwei Calamari, die, wenig überraschend, wie frittierte Tintenfischringe schmeckten. Ein nettes Gimmick.

Soßen

Die Zitronen-Limetten-Mayo hat mich sehr neugierig gemacht! Leider wurde etwas sparsam damit umgegangen (vor allem bei Fisch finde ich: Soße muss sein!), sodass sich der Geschmack  gar nicht so richtig entfalten konnte. Dazu kam ja noch das trockene Bun … alles etwas unglücklich. Auch die rohen, roten Zwiebeln und der grüne Tupfer des Salatblatts haben mich nicht so richtig erfüllt. Ich mag Zwiebeln wirklich gern, aber die stachen viel zu sehr heraus.

Nice to have

Ist es eine Frühlingsrolle? Ist es Wurst? Nein, es ist ein Mars Attack! 💯

So richtig um den Finger gewickelt hat mich Barker Bites tatsächlich mit einer ganz anderen Spezialität. Mit einem Aufpreis von 2 € gab es ein Mars Attack, also einen frittiertes Mars, dazu. Dazu war der Riegel zuvor in einen ganz ähnlichen Teig getunkt worden, um sich anschließend eine Weile im Frittierfett zu suhlen. Ein langgehegter Traum wurde wahr: frittierte Schokolade zu Essen. Ich meine, was gibt es besseres, als zwei der besten Dinge auf dieser Welt miteinander zu vereinen?! 😍 Vor allem diejenigen, denen von meiner Rezension des Donut-Burger (Baseburger) das Wasser im Mund zusammenlief, sei empfohlen: Falls sich die Möglichkeit bietet – unbedingt probieren!

Fazit

Der szenige Auftritt von Barkers Bites passt leider nicht mit dem zusammen, was serviert wird. Der „Cod damn!“ kommt trocken und gar recht langweilig daher. Mit mehr (und fein abgeschmeckter) Soße und einem anderen Bun würde das Ganze vermutlich schon ganz anders schmecken. Das ist definitiv noch ganz viel Luft nach oben!

★ ★ ☆ ☆ ☆
Der Kabeljau-Burger sieht zwar fantastisch aus aber hüpft nun mal so gar nicht auf der Zunge. Doch das frittierte Mars hat mich umgehauen. Man muss ja auch mal als Burgermeisterin über den Tellerrand schauen und so … 😉

Hunter’s (HH)

In das Hunter’s in Eppendorf stolpere ich eher durch Zufall. Das im Herbst 2016 eröffnete Restaurant hat sich auf südafrikanische Spezialitäten spezialisiert. Als ich auf der Karte einen Straußenburger entdecke, bin ich sofort Feuer & Flamme.

Ambiente

Schick, schicker, Eppendorf.

Das „Hunter’s Bar & Grill“ ist am Isebeckkanal beheimatet, wo sich einst der Hotspot der Eppendorfer Prominenz befand. Heute überzeugt die Adresse mit alten, gemütlichen Gemäuern, einer Prise Industrie-Chic und Accessoires, die ganz dem Jagd-Motiv entsprechen. Man fühlt sich gleich wohl.

Den Straußenburger gibt es in Kombination mit den in Tempurateig gebackenen Süßkartoffelpommes (19,50 €).

 

Rotwein-Jus, Harissamayonnaise, Burger sowie Süßkartoffelpommes im Tempurateig
Der Straußenburger kommt mit einem Brioche-Bun, Cheddarkäse, Tomate und roten Zwiebeln daher

Bun

Das Brioche-Bun ist ausdrücklich selbstgebacken und fällt vermutlich in die Kategorie: Der Wille war da …  Es ist recht schwer und fest, zugleich aber auch leider ziemlich trocken. Für meinen Geschmack ist es deutlich zu mächtig für solch einen kleinen Burger. Schließlich sollte es doch vor allem ums Fleisch gehen, oder?

Patty

Straußenfleisch ist für seine relativ feste Konsistenz bekannt. So ist das Patty in der Tat (ungewöhnlich) fest. Auf mich wirkt das Fleisch zudem etwas trocken. Mich überrascht zudem, dass der Burger an sich mit einer Scheibe Tomate und roten Zwiebeln – aber ganz ohne Soße – serviert wird. Die Soßen (scharfer Jalapeñoketchup und Harissamayo) kommen separat in Schälchen daher. Da ich ja weniger der feurige Typ bin, ersetze ich den Ketchup durch Rotwein-Jus.

Pommes

Süßkartoffelpommes in Tempurateig gebacken

Chapeau! Die Süßkartoffelfritten sind grandios. Ursprünglich ist Tempura aus der japanischen Küche bekannt und hüllt nicht nur Pommes, sondern häufig auch Gemüse und Meeresfrüchte in eine locker-knusprige, frittierte Teighülle. Diese Variante mit Süßkartoffeln ist traumhaft gelungen. Locker, leicht, knusprig und fein gewürzt!

Soßen

Extra: Rotwein-Jus und Harissamayo

Die Harissamayonnaise schmeckt leicht pikant und harmoniert wunderbar mit den Süßkartoffelfritten. Auch in Kombination mit dem Straußenfleisch peppt sie den ganzen Burger auf. Das Rotwein-Jus ist eine kleine Katastrophe und schmeckt einfach nur bitter. Da scheint beim Kochen etwas schiefgelaufen zu sein.

Nice to have

Die Wahl einer anderen Soße (als die, die ursprünglich auf der Karte steht) bereit keinerlei Probleme und kostet auch keinen Aufpreis. So muss das!

Fazit

Allein für die Süßkartoffelpommes in Tempurateig würde ich Hunter’s definitiv noch einen Besuch abstatten. Das saftige Preis-Leistungsverhältnis ist für den Burger – vor allem hinsichtlich seiner Größe und der Qualität – jedoch anmaßend. Straußenfleisch mag und sollte teu(r)er sein aber dann muss auch die Gesamtkomposition vollends überzeugen. Das tut es dank des trockenen Buns und der Soßen nicht unbedingt.

★ ★ ★ ☆ ☆
Außergewöhnlich leckere Süßkartoffelfritten, der Burger überzeugt jedoch nur mäßig

Ruff’s Burger (M)

Vorletztes Wochenende hat es mich in das nahegelegene Ausland verschlagen – nach München. Nach der ein oder anderen Erkundungstour quer durch die Stadt und lange Nächte mit-ohne Schlaf (inkl. einem Besuch bei McDonalds am Stachus, welch Fauxpas für eine hungrige Burgermeisterin 🙈) stand ich vor der Qual der Wahl: Welcher Burgerladen sollte beehrt werden? Meine Wahl fiel auf Ruff’s Burger, die kleine aber feine Filiale am Rindermarkt war mir bereits am Tag zuvor ins Auge gestochen. Einst 2008 als Burger-Experiment auf dem Wochenmarkt an der Münchner Freiheit gestartet, mauserte sich Ruff’s Burger (ehemals Eat the Street) zu einer kleinen Kette von mittlerweile sechs Lokalitäten – in München, Umgebung & in Frankreich, nahe der Grenze.

Ambiente

Ruff’s Burger am Rindermarkt ist ein recht überschaubarer und schnörkelloser Imbiss – mit offener Küche, die dazu einlädt, dem Koch über die Schulter zu schauen. Wendet man den Blick nach oben, offerieren große Tafeln das überschaubare Angebot. Die Innenplätze sind recht rummelig. Draußen lässt es sich hingegen entspannt sitzen. Auch wenn die schlichten Holzhocker nicht unbedingt zu einem stundenlangen Aufenthalt einladen und Selbstbedienung angesagt ist. Imbiss bleibt Imbiss.

Mich lacht der Giggly Burger (6,20 €) an, der im Menü mit Pommes und einem Softgetränk (Coca-Cola-Company & Co.) für 4,50 € mehr daher kommt.

Man nehme ein Beef-Patty, Chesterkäse, in Balsamico geschwenkte Zwiebeln, Giggly Soße, Sweet Honey Mustard und Burger Soße sowie Salat, Tomate und Gurke – fertig ist der Giggly Burger!

Bun

Bei dem Bun ist die Qual der Wahl nicht allzu groß: Es gibt lediglich eine Sorte. Man sieht dem Brötchen bereits an, dass es selbstgebacken ist – und so schmeckt es auch. Weich und fluffig! Es fügt sich in den Gesamtgeschmack harmonisch ein.

Patty

„Wir braten unser Fleisch medium! Solltet ihr es anders wollen, lasst es uns wissen!“ – gute Leute! So sollte es sein. Das Patty kommt locker und saftig daher. Die Würzung ist zwar nicht außergewöhnlich aber durchaus solide. Allerdings frage ich mich, warum der Chester so ungewöhnlich weich ist und vor allem: Warum liegt er nicht direkt auf dem Fleisch? Macht man das in München so? 😉 Die in Balsamico angedünsteten Zwiebeln sind gut abgeschmeckt und peppen den Burger ordentlich auf. Die Giggly Soße entpuppt sich – auf Nachfrage – als BBQ-Soße, die zu meiner Entzückung jedoch nur entfernt an BBQ erinnert. Wahre Liebhaber des rauchigen Geschmacks dürften jedoch enttäuscht werden. Die Honey Mustard und Burger Soße scheinen sich mit dem Gesamtsoßenwerk vermischt zu haben und stechen nicht wirklich heraus.

Pommes

Mit ihrem dicken Schnitt und dem doppelten Tanz durch die Friteuse sind die Fritten ihrerseits hervorragende Vertreter der belgischen Version. Sie sind jedoch leider nichts besonderes. Schmecken tun sie trotzdem, wenn auch ziemlich 08/15.

Soßen

Soßen-Oktett
Lime-Mayo in Großaufnahme

Zu den Pommes darf man sich eine Soße nach Wahl aussuchen. Das Sortiment wird besonders dekorativ in Döschen präsentiert – und ist bereits abgepackt. Mir hat es die Lime-Mayo angetan (unten links). Äußerlich lässt sie sich kaum von ’normaler‘ Mayo unterscheiden. Apropos, Mayo und Ketchup lassen sich on the top in großen Flaschen ordern. Imbiss-Style eben. Die Lime-Mayo ist leider weniger limettig-erfrischend, als gedacht. Mit ein wenig Fantasie schmeckt man eine leichte Frische heraus aber das war es dann auch.

Fazit

Mit 10,70 € im Menü stimmt – vor allem für München – das Preis-Leistungsverhältnis. Wer keinen Sterneburger, sondern eine solide und leckere Variante des Patty-Brötchen-Soßen-Verschnitts sucht, ist bei Ruff’s richtig. So richtig liebevoll (und ja, das ist auch bei einem Imbiss möglich) geht allerdings anders. Abzug gibt es für die etwas unaufmerksame Bedienung, die bei zwei Bestellungen glatt die zweite vergaß.

★ ★ ☆ ☆ ☆
Optimales Katerfrühstück. Oder für den kleinen-großen Hunger zwischendurch.

 

Luke’s Urban Food (HH)

Zugegeben, ich bin schon so eine kleine Nostalgikerin … Als ich die Location der im April 2017 frisch eröffneten Burgerschmiede Luke’s Urban Food betrete, erinnert mich noch so einiges an Die Herren Simpel – eine Bar, die 14 Jahre lang das Bild der Schanze prägte. Und zack, war sie (gefühlt) von einem Tag auf den anderen verschwunden. Als mir zu Ohren kam, dass eine Burgermanufaktur ihren Platz einnehmen sollte, wurde ich natürlich hellhörig. Als das Essen schließlich vor meiner Nase steht, entdecke ich auf dem Tablett einen kleinen aber feinen Hinweis: „Stock’s – Luke’s Urban Food“. Dahinter verbirgt sich der Hamburger Gastronom Heiko Stock, der sich in der Hansestadt nicht nur durch sein Restaurant, sondern auch durch seine (Salat-)Soßen einen Namen gemacht hat. Da liegt so ein Burgerlädchen natürlich nahe …

Ambiente

Luke’s Urban Food zählt definitiv zu einem der großen Burgerläden. Hier gibt es massig viel Platz und bei tollem Wetter lockt der geschütze aber dennoch sonnige Innenhof. Wer lieber Leute beobachten mag, kann es sich auch auf den Bänken vor der Lokalität gemütlich machen und genießt ein wenig die Schanzeria.

Auch wenn der internationale Tag des Cheeseburgers erst am 18. September stattfindet, entscheide ich mich für die käsige Variante (6,50 €)

Ein Beef-Patty, Cheddar, Salat, Tomaten, Gurken, Gurken-Zwiebel-Relish, Luke’s Burgersoße und eine Art Ciabatta-Bun zeichnen den Cheeseburger aus

Bun

Das Bun erinnert mich an eine Mischung aus einem Toast- und Ciabattabrötchen. Dadurch, dass es recht fest, aber dennoch fluffig und ungewohnt flach, ist, fühlt man sich nicht zu sehr gesättigt. Das Bun lässt gewissermaßen dem Beef-Patty und allem drumherum den absoluten Vortritt.

Patty

Bei der Bestellung wurde ich nicht nach dem gewünschten Gargrad gefragt und als ich in den Burger beiße, merke ich eines: Das Patty ist zwar saftig aber definitiv Well Done. Seltsam, das hätte ich bei einem Ableger aus der Sternekoch-Dynastie von Heiko Stock doch anders erwartet. Dadurch, dass die Soße und das Gurken-Zwiebel-Relish (das ich nicht so recht entdecken kann), recht sparsam dosiert sind, sticht der Geschmack des Beefs sehr heraus. Ich kann nicht so recht festmachen, woran es liegt aber es scheint die Würzung zu sein, die mir nicht wirklich zusagt. Trotz Cheddar schmeckt mir das Fleisch zu fleischig und erscheint mir zu lasch.

Pommes

#pornös
Liebe auf den ersten Blick!

Respekt! Die „Pornofritten“ machen ihrem Namen alle Ehre! Vermutlich wären die Pommes allein für sich recht langweilig – auch wenn sie schön knusprig sind. Doch mit einem Topping aus hausgemachter Remoulade, Röstzwiebeln und Kresse wird das Fritteninferno zu einem Gedicht! Durch das voluminöse Topping bleiben die Pommes länger warm, welch schöner Nebeneffekt.

Soßen

Luke’s Burgersoße und auch das Gurken-Zwiebel-Relish haben mich tatsächlich, vielleicht ja auch aufgund ihrer geringen bzw. (Non-)Existenz, nicht beeindruckt. Doch die Remoulade kann sich sowas von sehen – und schmecken lassen! Sie ist leicht zitronig und herrlich fein abgeschmeckt.

Nice to have

Der Empfang war offen und herzlich. Das vermisst man in so manch überfülltem Burgerladen manchmal.

Fazit

Der Cheeseburger als Gesamtkonstrukt hat mich nicht wirklich überzeugt. Doch bei den Fritten war es Liebe auf den ersten Blick. Ganz schön #pornös! Für die Pommes werde ich Luke’s sicherlich noch einen zweiten Besuch abstatten.

★ ★ ☆ ☆ ☆
Burger so la la, aber: Pornofritten for President

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Platz, Platz, Platz! Bei Luke’s Urban Food lässt es sich sicherlich auch mit größeren Gruppen ganz entspannt burgerieren. Das hat in der Hamburger Burgerlandschaft ja eher einen Seltenheitswert.

Street Gourmet (Fehmarn)

Ende Mai zog es mich bei allerfeinstem Wetter auf die Insel Fehmarn. Dass die drittgrößte Insel Deutschlands deutlich mehr zu bieten hat als Rapsfelder, Sonne auf der Nase und eine frische Brise, war mir auf den ersten Blick klar. Wie praktisch, dass zeitgleich das jährliche Surf-Festival am Südstrand stattfand – inkl. Food Trucks. Es ist nämlich einfach unglaublich, wie hungrig so ein Tag am Meer macht … Der eher unscheinbare Wagen von Street Gourmet aus Lübeck machte mich sogleich neugierig!

Ambiente

Die Jungs von Street Gourmet touren tatsächlich beinahe täglich mit ihren beiden Food Trucks durch halb Deutschland, um den Hunger von Burgerfans zu stillen.

Da sich der Tag definitiv nach Urlaub pur anfühlte, fiel meine Entscheidung auf den italienischen Mozarella-Burger (6,90 €).

La dolce vita: Der Mozarella-Burger kommt mit einem Beef-Patty, Mozarella, Salatblatt, Tomate und einer Soße mit getrockneten Tomaten daher

Bun

Laut der Aussage von Street Gourmet werden die Buns nach eigenem Rezept – ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker – gebacken. Und das schmeckt man. Das Brötchen ist fluffig-leicht und leicht angeröstet. Lecker, lecker!

Patty

Definitiv Well Done …

Eines muss man Street Gourmet definitv lassen: Die Beef-Patties sind lecker-schmecker mit Salz & Pfeffer abgeschmeckt. Dennoch ist das Fleisch, vermutlich zu Gunsten der breiten Masse, sowas von gut durchgebraten. Dadurch wirkt es beinahe ein wenig trocken – doch die Burgersoße rettet so einiges. Das Patty ist recht flach und erinnert mich dadurch an TK-Ware. Street Gourmet beruft sich jedoch darauf, lediglich regionale und frische Produkte zu verwenden und auf TK-Ware zu verzichten.

Pommes

Süßkartoffelpommes mit Gourmet-Dip

Die Süßkartoffel-Fritten (3,50 €) sind knusprig und schmecken. Sie hauen mich nicht komplett um, aber sie ergänzen den Burger an einem lauen Sommerabend wunderbar.

Soßen

Da von den getrockneten Tomaten bisher jede Spur fehlt, gehe ich davon aus, dass sie in der schmackhaften Burgersoße verarbeitet sind. Das Dressing erinnert mich entfernt an Cocktail-Soße und ergänzt den saftigen Mozarella und das würzige Patty klasse. Der Gourmet-Dip für die Pommes ist eine Art Mayo, die mit feingeschnittenen Gewürzgurken aufgepimpt ist. Dadurch wirkt sie leichter und geschmacklich deutlich spannender als 08/15-Mayo. Gefällt mir.

Nice to have

Die Jungs im Food Truck sind immer für ein Schwätzchen zu haben.

Fazit

Da man Burgerläden auf Fehmarn tatsächlich nicht wie Sand am Meer findet, ist die Begegnung mit Street Gourmet eine durchaus glückliche Fügung. Das Food-Truck-Konzept zaubert solide Burger, die perfekt für den schnellen Hunger nach einem Tag voller Sonne, Strand und Meer sind.

★ ★ ★ ☆ ☆
Hier passen Athmosphäre & Geschmack zusammen