Baseburger (WAT)

Manchmal muss man einfach nur Glück haben. Riesengroßes Glück. Vergangenes Wochenende war ich mit Freunden in Bochum unterwegs und ohne Frage, da standen selbstverständlich Burger auf dem Speiseplan. Da wir alle ortsunkundig waren und ich weiß, dass der Konsum von Burgern am Wochenende zu einer ziemlich langwierigen und zuweilen stressigen Angelegenheit werden kann, fiel unsere Wahl auf Baseburger im etwas abseits gelegenen Wattenscheid. Wir ergatterten den allerletzten freien Tisch. Hier eröffnete sich hier ein wahres Burger-Eldorado, das in diesen Gefilden bekannt zu sein scheint wie ein bunter Hund.

Ambiente

„Baseburger – Restaurant, Cocktailbar“ lässt einen als eingefleischte Burgermeistern zunächst etwas erschaudern, doch das geräumige und dennoch gemütliche Ambiente lädt in der Tat dazu ein, nicht nur seinen Burger zu zelebrieren, sondern darüber hinaus zu verweilen. Und eventuell den ein oder anderen Drink zu konsumieren … sofern man nicht augenblicklich ins Fresskoma fällt und eigentlich nur noch Hause gerollt werden möchte. 😉

Als ich auf der Karte „The Sweet Pornstar“ (8,50 €) entdecke, ist es um mich geschehen. Seit mir vor einer Weile ein Rezept mit Donuts anstatt 08/15-Buns in die Hände gefallen ist, fantasiere ich davon, mich damit einmal zu verwirklichen.

The Sweet Pornstar: Zwischen zwei süßen Donuts räkeln sich ein Beef-Patty, Chesterkäse, Bacon, Salat und Jack Daniel’s BBQ-Sauce

Bun

Zugegeben, ich bin eigentlich kein großer Fan von herzhaft-süßen Kombinationen. Aber: Die zwei Donuts machen sich ausgesprochen gut auf diesem Burger. Auf Nachfrage erzählt man mir, dass sie von einer Bäckerei auf Wunsch von Baseburger produziert werden und in der Tat, sie sind herrlich fluffig und schmecken wirklich ganz hervorragend. Vor allem in Kombination mit dem Bacon … 😋 Süß trifft auf salzig. Pornös. Apropos, für den mega Hunger lockt „The Fat Pornstar“ mit drei karamellisierten Donuts, Pulled Pork und einem Beefpatty. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Patty

Bäm! Baseburger verwendet hochwertiges Fleisch der Färse, d. h. des weiblichen Jungrinds. Ähnlich wie Dulf’s Burger (HH). Da die Färsen, laut eigener Angabe, überwiegend im Weidegang gemästet werden, lagert sich das Fett nicht auf dem Muskel ab, sondern wird vielmehr als feine Marmorierung im Fleisch eingeschlossen. Kurzum: Das ist eines der allerbesten Beefpatties, die ich bislang gegessen habe. Medium gebraten und unsagbar saftig und zart. Puh, ich könnte schon wieder. 😏 Die Kombination mit dem Bacon, Chesterkäse und der BBQ-Sauce ist himmlisch. Meine anfängliche BBQ-Skepsis löst sich alsbald in Wohlgefallen auf, da man nur eine sanfte Rauchnote als i-Tüpfelchen herausschmeckt.

Pommes

Die „Johnny’s fries“ kommen mit Kartoffelfritten, Pulled Pork, Coleslaw, karamellisierten Zwiebeln, Honey-Mustard-Soße und Sour Cream daher

Mein nächstes Highlight: Die Johnny’s fries! 08/15-Fritten ade. Auf einem Bett aus Pommes wird mitunter herrlich zartes und perfekt abgeschmecktes Pulled Pork serviert. Darauf lagert eine Schicht Honig-Senf-Soße und Sour Cream sowie karamellisierte Zwiebeln. Das Topping bildet eine ordentliche Portion Coleslaw. Wenn man das Ganze geschickt stapeln würde, hätte man quasi einen zweiten Burger – mit Pommesbun. Der Coleslaw erinnert mich etwas zu sehr an Kohlsuppe, da fehlt für meinen Geschmack die Mayo. Doch das Gesamtkunstwerk ist eine Wucht! Und definitiv für mindestens zwei Personen geeignet. Letztendlich sitzen wir zu viert daran.

Soßen

Die Soßen laufen in der Frittenkunst zur Höchstform auf. Dass die „Jack Daniel’s BBQ-Sauce“ auf dem Donut-Burger scheinbar nicht selbstgemacht ist, lässt sich verschmerzen, da sie sich doch ganz wundervoll eingliedert.

Nice to have

Es ist ja in gewisser Weise ganz charmant, dass die Burger ohne Besteck serviert werden. Man weiß bei Baseburger, wie gute Burger-Etikette geht. Doch das Pommeskonstrukt stellte definitiv ein Hindernis dar … Es klärt sich schnell auf, dass das Besteck lediglich vergessen wurde. Schwamm drüber.

Fazit

Wer hätte gedacht, dass Wattenscheid einen der besten Burger bereithält, den ich je gegessen habe? Und das sind ja mittlerweile so einige … Ich bin überrascht, erfreut und immer noch völlig euphorisch. „The Sweet Pornstar“ macht seinem Namen alle Ehre: welch pornöses Burgererlebnis! Auch wenn an den Wartezeiten durchaus noch ein wenig gearbeitet werden könnte.

★ ★ ★ ★ ★
Superb & höchst pornös!

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Auf der Karte von Baseburger steht übrigens auch ein Eisburger: mit Brioche-Bun, Erbeer-Ahornsirup-Cocos-Minz-Chutney, Vanille-Eis-Patty, ummantelt mit Schoki und Minzblättern – garniert mit weißer und dunkler Schoki-Soße. Da sollte man doch gleich die (nächste) Reise nach Wattenscheid planen! 😃

Bastians Imbiss (FL)

Zugegeben, mein Besuch in Flensburg und somit auch das dortige Burgererlebnis liegen bereits einige Monate zurück. Dennoch ist mir die Zeit bei Bastians Currywurst und Meer umso mehr in Erinnerung geblieben. Nicht nur, weil dies meine ‚Henkersmahlzeit‘ war, bevor ich zu einer einmaligen Segelreise aufbrach – sondern weil es unkompliziert war und einfach schmeckte. Übrigens: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ganz, ganz großer Freund von „Meer-und-mehr“-Wortspielen bin – nicht! Nennen wir ihn also lieber: Bastians Imbiss.

Ambiente

Ja, das Imbissflair lässt sich nicht leugnen. Doch hier passt eigentlich alles zusammen: Die hohen Holztische und -stühle, die Theke und das Klientel. Unweit vom Yachthafen Marina Sonwik gelegen, lädt das einfache Interieur zu einer Burgerpause ein, um sich für die kommenden Touren zu stärken.

Bei gut 20 verschiedenen Burgern (überraschend!) heißt es: Die Qual der Wahl. Ich entscheide mich schließlich für einen Flensburger (7,50 €).

Einmal die 207, bitte: Der Flensburger mit eingelegten Zwiebeln, Krautsalat und Hausdressing

Bun

Erwartungsgemäß haut mich das Bun nicht um. Aber es ist solide und schmeckt. Was will man (in diesem Moment) mehr?

Patty

Bastians Imbiss hat es sich auf die Fahne geschrieben, möglichst ohne Fertigprodukte zu arbeiten und jegliches Fleisch aus der Region zu beziehen. So stammt das 150-Beef-Patty aus einer Landschlachterei in Schleswig-Holstein. Von diesen beiden Prinzipien kann sich der ein oder andere Imbiss sicherlich eine Scheibe abschneiden. Das Beef ist zwar gut durch aber schmeckt keineswegs wie (trockene) Schuhsohle. Es kommt sogar überraschend saftig daher.

Pommes

Es handelt sich glücklicherweise um keine (!) TK-Pommes, die man gut essen kann. Auch wenn sie nicht sonderlich überraschen.

Soßen

Laut eigener Aussage werden die Soßen, so auch die „Haussoße“, selbst gemacht und enthalten keine Zusatzstoffe. Fein! In Kombination mit dem Krautsalat verwandelt sie den Burger in ein höchst saftiges Geschmackserlebnis. Hier wird definitiv nicht an der Soße gespart – weiter so.

Nice to have

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Imbissen riecht man im Anschluss nicht so, als hätte man sich direkt selbst den Burger gebraten. Erwähnens- und lobenswert finde ich zudem die breite Auswahl an Burgervarianten, es gibt sogar einen Italiaburger mit Tomatenconcassée, Zwiebelmarmelade und frischem Basilikum oder einen Pulled-Pork-Burger mit hausgemachtem Pulled Pork. Wer hätte das erwartet?

Fazit

Es ist und bleibt ein Imbissburger. Aber ein richtig guter! Und eine Trillion mal besser als das goldene M oder sonstige Fast-Food-Todsünden. Bastians Burger besitzt zwar bei Weitem keine Candlelight-Dinner-Atmosphäre, ist aber perfekt für die kleine Burgerpause zwischendurch.

★ ★ ★ ★ ☆
Imbiss-Style 💯

Geheimtipp der Burgermeisterin
Passend zur Prämisse gibt es Fritz Kola und regionales Bier aus Flensburg. Gefällt mir! Sehr.

Bobby’s Burger (HH)

Als ich vergangenes Wochenende mit meinem Besuch so einige Kilometer kreuz und quer durch Hamburg gelaufen und -fahren bin, ist mir aufgefallen, dass es mittlerweile tatsächlich beinahe an jeder Ecke, in jedem Stadtteil, von Burgerläden nur so wimmelt. Lange habe ich solche Kommentare mit Antworten wie „Ach, das kommt dir doch nur so vor!“ abgetan. Es scheint jedoch wirklich so zu sein. Das Gute daran ist jedoch: Konkurrenz belebt das Geschäft! Und: Survival of the fittest. Sogar Darwin hat diesen heiß umkämpften Markt bereits vorausgesehen. Und als ultimativer Burgerjunkie will man sich ja schließlich nicht mit dem Mittelmaß abgeben, oder? Werfen wir einen Blick auf Bobby’s Burger in Winterhude.

Ambiente

Nun, was soll ich sagen? Industrie-Chic par excellence: Vintage-Weinkisten an den Wänden, kunstvolle Glühbirnen über den Tischen, die vollgeschriebene Tafel an der Bar und ein bläuliches-lila Licht tauchen Bobby’s Burger in den großen Topf der Burgerlädchen, die sich ganz dem angesagten Hipstertrend verschrieben haben. Klingt böse? Soll es aber gar nicht sein. Gemütlich ist es ja trotzdem.

Da ich eine große Käse-Liebhaberin bin und meine Chance wittere, fällt meine Wahl auf Bobby’s Gorgonzola Burger (7,90 €) – in der 150g-Variante.

Der Gorgonzola Burger lockt mit Gorgonzola (überraschend!), Babyspinat, gerösteten Pinienkernen, Tomate und Bobby’s hausgemachter Parmesansoße

Bun

Die Qual der Wahl: Darf es Sesam, Brioche oder Floured Bap (ein weiches, bemehltes Weizenbrötchen) sein? Jeder Burger lässt sich individuell mit einem dieser Buns kombinieren. Meine Wahl fällt auf die Sesam-Variante, weil ich sehen will, was das Standardbrötchen so drauf hat. Und was soll sich sagen? Es kommt fluffig und lecker daher.

Patty

Nun, ob es sich bei frisch zubereitetem Simmentaler Jungbullen-Fleisch nun um echtes Qualitätsfleisch oder eher um ein Produkt aus der billigeren Abteilung handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Dazu fehlt mir schlichtweg das (Fach-)Wissen. Was ich jedoch sicher sagen kann: Das Fleisch ist saftig und schmeckt in Kombination mit der Parmesansoße wirklich gut. Die meisten Beef-Burger werden hier wahlweise mit 150g- oder 300g-Patties (10,40 € für das Gorgonzola-Exemplar) angeboten. Leider dauert es eine Weile (als ich etwa die Hälfte des Burgers verschlungen habe), bis ich auf den Gorgonzola und vor allem auf die gerösteten Pinienkerne stoße. (Ist auf dem Foto auch ganz gut nachzuvollziehen.) Ich weiß ja, dass die Ernte in Italien und Asien mühsam von Hand erledigt wird und ganz nebenbei nicht ganz ungefährlich ist. Das macht Pinienkerne zu einem wirklich kostspieligen Endprodukt. Aber: Wenn man einen Burger mit ebendiesen köstlichen Samen anbietet, möchte ich bitte auch mehr als drei Exemplare finden. Bei dem Gedanken an die Gesamtkombi läuft mir allerdings immer noch das Wasser im Mund zusammen. Dennoch wäre es schön, wenn das Ganze etwas liebevoller (und ggf. reichhaltiger) zubereitet wird.

Pommes

Die Süßkartoffelfritten sind solide! Leider gibt es ein kleines Missverständnis, weil wir uns zu zweit eine Portion teilen wollen, aber zwei Teller mit Pommes bekommen. Nachdem das Ganze aufgeklärt ist, müssen wir aber zum Schluss nur eine bezahlen. So geht toller Service! Danke dafür.

Soßen

Die Honig-Senf-Mayo und die Parmesancreme sind optisch kaum auseinander zuhalten aber harmonieren wirklich gut mit den Süßkartoffelpommes.

Nice to have

Die Lösung für alle entscheidungsunfreudigen Menschen unter uns: Das Konzept von Bobby’s Burger ist schnell erklärt und danach werden dem Besucher die drei zur freien Auswahl stehenden Buns auf einem Teller präsentiert. Hautnah – und zum Anfassen. Wobei ich stark hoffe, dass das nicht jeder tut und die Dinger regelmäßig ausgetauscht werden …

Fazit

Seit das Dulf’s vor einigen Monaten seinen äußerst beliebten Standort in der Himmelstraße – nur wenige hundert Meter entfernt – aufgegeben hat, scheint Bobby’s Burger seit Herbst 2016 eine elementare Lücke in der Burger-Kette zu schließen. Und das gelingt in der Hudtwalkerstraße gar nicht so schlecht. Zwar wird der Laden, schon allein aus atmosphärischen Gründen (kühle Einrichtung, die Karte wirkt etwas improvisiert etc.), nicht mein zweites Wohnzimmer werden, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Zu meinem Bedauern gibt es allerdings keine regionalen fritz-Produkte, sondern lediglich die Coca-Cola-Palette.

★ ★ ★ ☆ ☆
Wer in Winterhude wohnt oder dort zufällig mal vorbei kommt:
Kann man gut machen!

Space Burger (D)

Düsseldorf. Altstadt. Der Tag ist bereits weit vorangeschritten und mich umtreibt ein immenser Burgerhunger. Da überlasse ich es mehr oder weniger dem Zufall, dass ich bei Space Burger lande. Eigentlich hat die Küche bereits geschlossen – aber es wird eine Ausnahme gemacht. Juhuu, der Tag ist gerettet. Und wenn ich eines vorweg verraten darf: Es war ein äußerst deliziöser Wink des Schicksals!

Ambiente

Ähnlich abgefahren wie das Logo kommt der ganze Laden daher. Bei all dem höchst spacigen Retro-Look weiß man gar nicht so recht, wohin man zuerst schauen soll. Besonders die großflächigen Mustertapeten und (Bild-)Schinken in pompösen Goldrahmen hinterlassen einen famosen Eindruck. Das Weltraum-Gaga-Motto (in cool!) zieht sich wie ein roter Faden durch die große Karte, auf dem ein ORB-X 10 (normaler Hamburger) neben einem K. O. Burger oder einem Flash Gordon stehen.

Da mir Berberitzen bis dato völlig unbekannt sind, macht mich der Shirin-Burger (8,50 €) neugierig. Außerdem klingt die Kombi mit gegrillten Pistazien, Mandeln, Haselnüssen, Walnüssen, Berberitzen und Sauerkirschen mit Beef, Käse, Salat, Gewürzgurken, Tomaten, Zwiebeln und süßsaurer Soße nach einer wahren Geschmacksexplosion.
Zwar stehe eher ich als der Burger im Vordergrund dieses Bildes aber der erste Eindruck zählt 🙂

Bun

Das Bun besteht aus einem getoasten und riesigen Sesam-Brötchen. Auf Wunsch ist eine Mehrkornvariante verfügbar. Für den Shirin-Burger ist Sesam perfekt, da es nicht zu viel Eigengeschmack hat und dadurch den anderen Aromen den Vorrang lässt.

Patty

Medium lautet hier die Devise! Sehr vorbildlich. Das Beef stammt aus Deutschland und besteht zu 97 % aus Rindfleisch und zu 3 % aus Gewürzen. Es wird auf einem Lavasteingrill ohne zusätzliches Fett gegrillt. Zusammen mit all den wunderbaren Zutaten wie diverse Nüsse (Pistazien, Mandeln, Hasel- und Walnüsse), Früchte (Berberitzen und Sauerkirschen) sowie Gemüse (das Übliche: Salat, Gewürzgurken, Tomaten, Zwiebeln) UND süßsaurer Soße ist der Shirin-Burger eine wahre Geschmacksbombe. Solch eine Kombi sucht ihresgleichen. Berberitzen sind übrigens eher unter dem Namen Sauerdorn bekannt und haben tatsächlich eine säuerliche Note. Die kleinen, roten Früchte der Zierpflanze sind hierzulande jedoch wenig bekannt. Zu Unrecht, wie ich finde.

Pommes

Das Bild deutet bereits an: Es gibt eine Pommeschlacht, die aus ’normalen‘ Pommes und Kartoffelspalten besteht. Bei beiden bin ich mir nicht so recht sicher, ob sie nicht TK-Ware sind. Schmecken tun sie, aber etwas Besonderes sind sie eher nicht.

Soßen

Ketchup und Mayo gehen immer, auch wenn diese nicht selbstgemacht zu sein scheinen. Dahingegen wird die Chili-Mayonnaise unter der Rubrik „Hausgemachte Soßen“ gelistet. So „cremig-pikant“, wie sie dort beschrieben wird, schmeckt sie wirklich. Weder zu scharf noch zu mild.

Nice to have

Die Bierdeckel mit Burgerprint sind einfach der Knaller. Einer davon hat es sogar tatsächlich an meine Pinnwand geschafft – die Wall-of-Memories.

Fazit

Dieser Zufallsbesuch war ein absoluter Glücksgriff! Es gibt noch mindestens fünf weitere Burger auf der Karte, die ich – nicht nur wegen ihres Namens – gern einmal ausprobieren würde. Die Auswahl ist in der Tat intergalaktisch. So schummeln sich die Burger definitiv in den Vordergrund, die kartoffeligen Beilagen liegen meilenweit zurück. Und psst, die Auswahl an veganen und vegetarischen Varianten ist enorm.

★ ★ ★ ★ ☆
Abgesehen von den Beilagen: superb!

Fluffige Buns & saftiger Coleslaw

Am Wochenende haben wir uns zu fünft eine wahre Burgerschlacht geliefert. 2,5 Kilo Kartoffeln, 3 Kilo Frittierfett, 1 Kilo Pulled Pork, zwei riesige Schüsseln Coleslaw, Zwiebelmarmelade, Babyspinat … Die perfekte Ausrüstung für den ultimativen Burger-Baukasten. Unser Ziel: alles Selbermachen! Das hat auch zu etwa 95 % geklappt. Die restlichen 5 % umfassen die Remoulade und das Pulled Pork. Für den 15-stündigen Gar-Marathon fehlte uns schlichtweg die Geduld und auch ’selbst gekaufte‘ Remou kann verdammt gut schmecken. Es sei uns verziehen. Ausnahmsweise.

Ich habe mich also das erste Mal an selbstgemachten Buns versucht. Und was soll ich (während ich mir gerade auf die Schulter klopfe) sagen? Sie waren wunderbar fluffig! Auch das Rezept für ganz fabelhaften Coleslaw, den ich bereits das zweite Mal zubereitet habe, möchte ich an dieser Stelle gern mit Euch teilen.

Buns

4 Buns l Zutaten & Zubereitung

  • 270 g Mehl
  • 1/2 EL Zucker
  • 1-2 TL Salz
  • 30 g Butter
  • 9 g frische Hefe
  • 170 ml warme Milch
  • 1/2 EL Milch zum Bestreichen

Das Mehl mit Salz und Zucker vermischen. Butter sowie Hefe in kleinen Stücken hinzugeben und die Milch nicht vergessen. Die Mischung zu einem Teig verarbeiten, hierfür müsst ihr diese etwa 8 Minuten ordentlich mit Euren Händen kneten. Anschließend die Masse abgedeckt an einem warmen Ort eine Stunde (an der Heizung oder bei ca. 30 Grad im Backofen) gehen lassen. Danach den Teig in vier gleichmäßige Kugeln formen und auf einem Backblech plattdrücken. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Buns mit Milch bestreichen (nur so werden sie so herrlich gold-braun!). Etwa 20-25 Minuten auf der mittleren Schiene backen und vor dem Verzehr am besten auskühlen lassen.

Coleslaw

Dressing l Zutaten & Zubereitung

  • 150 g Mayo
  • 50 ml Apfelessig
  • 2 TL Dijon-Senf
  • 1 TL frische gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 TL Zucker

Mayo, Apfelessig, Senf, Pfeffer und Zucker in einer Schüssel verrühren, bis eine homogene Masse entsteht.

Salat l Zutaten & Zubereitung

  • 1 Kopf Weißkraut (sehr fein geschnitten)
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Karotte (geschält & geraspelt)
  • 1 Handvoll grob gehackte Petersilie
  • 200 g Zucker
  • 100 g Salz

Weißkohl, Zwiebel, Karotte und Petersilie am besten in zwei großen Schüsseln vermengen. Den Slaw-Mix jeweils mit Zucker und Salz bestreuen und 5 (!) Minuten ziehen lassen. Anschließend das Ganze in ein großes (nicht zu grobes) Sieb geben und unter laufendem, kalten Wasser abspülen. Falls eine Salatschleuder zur Hand ist: hervorragend! Sonst den Salat bitte ‚ausdrücken‘, um das überschüssige Wasser loszuwerden. Das verfälscht sonst nur den Geschmack. 😉 Zum Schluss das Dressing über den Salat geben, vermengen und abschmecken.

Habt ihr Appetit bekommen?
Richtig so. Dann plant fix die nächste Burger-Session und lasst es Euch schmecken!

Quelle: Burgerliebe – Die 100 Burger Deutschlands, 2015, limitierte Rezeptkarten.

Leckerer Firlefanz

Gerade hat der Postmann 3x geklingelt und mir eine riesige Box mit 60 Schaumzucker-Burgern gebracht. Da werden Kindheitserinnerungen wach. 😍 Das Wochenende ist sowas von gerettet. Vielleicht teile ich ja auch … Wann habt ihr solch einen Burger zuletzt in die Finger bekommen?

The Burger Lab (HH)

The Burger Lab gilt zwar schon lange nicht mehr als Geheimtipp, ist aber dennoch derart abseits gelegen, dass man dort vermutlich nie zufällig vorbeikommen würde. Das unauffällige Eckrestaurant eröffnete im Frühjahr 2014 am Rande des Hamburger Schanzenviertels. Ein Blick in mein Fotoarchiv verrät mir, dass ich dem Burger Lab tatsächlich vor ziemlich genau zwei Jahren meinen ersten Besuch abstattete. Doch warum verging seitdem so viel Zeit, bis es mich wieder zu dieser Burgerquelle treibt?

Ambiente

Hier gibt es Burger im „New York Style“ – das spiegelt sich auch in der Inneneinrichtung wider. Dank Industrie-Chic trifft das Burger Lab zwar den Nerv der Zeit, hebt sich dadurch aber nicht sonderlich von anderen Läden ab. Ganz im Gegensatz zu dem Umstand, dass man seine Bestellung am Tresen aufgibt! Ich war anfangs etwas hin- und hergerissen, da dies eher an einen Mensabesuch, anstatt an ein Erlebnis in einem Burgerrestaurant erinnert. Doch wenn ich tief in meinem Erfahrungsschatz krame, finde ich die Idee sogar verdammt gut. Es erspart einem bei sehr, sehr großem Hungergefühl das ungeduldige Warten auf die Bedienung und die weniger Entscheidungsfreudigen unter uns müssen nicht immer wieder eine „kurze“ Bedenkzeit einfordern, wenn der Notizblock bereits gezückt ist. Stattdessen blättert man in Ruhe durch die in einem Klemmbrett organisierte Menükarte, wundert sich ein wenig über die unheimlich sauberen beigen Seiten und ordert das gewünschte Essen fix am Tresen. Abholen oder später gar abräumen muss man das Essen natürlich nicht selbst. Und so vergeht das Pseudo-Mensaflair auch ebenso schnell wie es aufgekommen ist.

Ich ordere also das Objekt meiner Begierde: Den Pulled Pork Burger (7,90 €).

Pulled Pork hoch zwei mit BBQ-Pulled-Pork, Coleslaw, Spreewaldgurken, Kartoffelchips

Bun

Entscheidungsphlegmatikern (wie mir) wird es im Burger Lab ganz einfach gemacht: Es gibt lediglich eine Bun-Sorte. Punkt. Die Brötchen werden nach hauseigenem Rezept täglich frisch bei der Hamburger Traditionsbäckerei Pritsch gebacken. Es kommt recht formstabil und geschmacksneutral daher.

Patty bzw. Pulled Pork

Ich würde glatt soweit gehen und Pulled Pork als Hipster unter den Zubereitungsarten für Fleisch bezeichnen. Ganz in Manier des Slow Foods wird Pulled Pork in Form von Schweinenacken oder -schulter höchst aufwendig zubereitet und muss mindestens 10 Stunden (im Smoker oder im Backofen) garen. Das Ergebnis kann sich jedoch sowas von sehen lassen: Das Fleisch, so auch bei meinem Besuch im Burger Lab, ist herrlich zart und zerfällt förmlich auf der Zunge. Und das gute Gewissen schwingt mit, denn das Fleisch stammt aus einem Familienbetrieb aus Schleswig-Holstein. Nur das „BBQ“ in „BBQ-Pulled-Pork“ suche ich vergeblich. Halb so schlimm, denke ich mir. Stattdessen harmoniert der Coleslaw herrlich mit dem saftigen Pulled Pork.

Die Burgermeisterin bittet zu Tisch: das Gesamtensemble im Burger Lab

Pommes

Die „Skin on Fries“ kommen, wie auch die Süßkartoffel-Fritten, mit geräuchertem Paprikasalz daher. Beide Sorten sind solide, stellen aber keinerlei Überraschung dar.

Soßen

Ketchupliebhaber werden erfreut sein, dass sich bereits auf jedem Tisch ein Spender in Form einer Tomate befindet. Meine Wahl fällt heute jedoch eher auf die hausgemachte Burger-Lab-Soße und Mayo, die ebenfalls selfmade ist. Auf Nachfrage erhalte ich die Info, dass die Haussoße vor allem aus Mayo und einem Hauch Senf besteht. Ganz entfernt erinnert sie mich an die Grilly-Haussoße. Aber eben auch nur ein wenig, denn die Burger-Lab-Variante ist recht mild, ja, man schmeckt sie kaum. Dahingegen bekommt die Mayo 100 Punkte auf der Pommesschranken-Skala.  Sie ist etwas dickflüssig aber äußerst delikat!

Nice to have

Ein Paradies für saubere Hände! Der Tresen beherbergt nicht nur Besteck und Servietten, sondern auch eine beinahe unerschöpfliche Quelle von Erfrischungstüchern. Traumhaft! Da fehlen mir glatt jegliche weitere Worte …

Fazit

Um ganz ehrlich zu sein: Beim Schreiben dieser Zeilen über meinen gestrigen Besuch bekomme ich glatt schon wieder Appetit auf den Pulled-Pork-Burger. Ich würde glatt so weit gehen und diese Variante als Spezialität des Hauses bezeichnen. Die Beilagen (Pommes + Soßen) sind hingegegen so lala. Aber dafür gibt es Erfrischungstücher en masse. Man kann eben nicht alles haben. 😉 Doch eines muss man The Burger Lab definitiv lassen: Organisiert sind sie. Der Bestellungsablauf wirkt eingespielt und auch bei einer Gruppe von 15 Personen (!) ist dort niemand aus der Ruhe zu bringen. Chapeau. Einer der wenigen Läden, bei dem das Timing und die Quali auch bei einem ‚Massenansturm‘ passt.

★ ★ ★ ☆ ☆
Lohnt sich aber noch nicht perfekt.

Geheimtipp der Burgermeisterin:
Das Burger Lab macht seinem Namen mit dem wöchentlich wechselnden Lunch (12 bis 15 Uhr) alle Ehre. Ganz schön experimentierfreudig: Für 6 € bzw. 9,50 € (inkl. Beilage und Softgetränk) kommt man z. B. in den Genuss eines Beef-Burgers mit Lauch in Rahm und Kräutermayo oder eines Pulled-Chicken-Burgers mit Koriander-Limonen-Mayo. Ausprobieren!

PS: Im Sommer laden die Außenplätze zum entspannten Verweilen ein.